Marcus und Gül

von Peter Becker

Samstag, 08.11.2014

Film
Mario Adorf spielt einen 80jährigen Juden, der beweisen muss, dass er Jude ist.

Morgen jährt sich nicht nur der Mauerfall sondern auch die Reichspogromnacht. Jüdischen Mitbürgern wurden ihr Heim und ihre Heimat genommen. "Der letzte Mentsch" ist ein Buch über einen heute 80jährigen Juden, als Film ein Roadmovie mit Humor und Ernst.

Marcus (Mario Adorf) hat als Jugendlicher Theresienstadt und Auschwitz überlebt. Seine Überlebensstrategie nach dem Krieg war das Vergessen. Er hat seinen Namen Menachem Teitelbaum abgelegt, jeglichen Kontakt zu Juden vermieden und nie eine Synagoge besucht. Doch eines Tages holt ihn die Vergangenheit unerwartet ein. Auf einem jüdischen Friedhof überkommt Marcus der Wunsch, dort begraben zu werden – dafür muss er allerdings beweisen, dass er Jude ist. Er braucht Dokumente oder Zeugenaussagen. Um die zu beschaffen, lässt sich Marcus von der jungen Deutschtürkin Gül (Katharina Derr) nach Ungarn fahren, das Land seiner Kindheit. Auf dieser Reise voller tragischer und komischer Erlebnisse lernen Gül und Marcus einander - aber auch sich selber - besser kennen. Schließlich trifft Marcus in seinem Geburtsort Vác auf jemanden, der scheinbar schon lange auf ihn gewartet hat. Eine tragikomische Geschichte über eine ungewöhnliche, generationenübergreifende Freundschaft und die Suche nach Identität und Heimat.

Der Film läuft nicht oft in den Kinos, ist aber auf DVD erhältlich. Hier gibt es den Trailer und weitere Informationen zu Film und Buch.

Samstag, 08.11.2014