Ausstellung: 50 Jahre Ständiger Diakonat

von Elvis Katticaren

Freitag, 13.04.2018

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Bild: Ausstellung 50 Jahre Ständiger Diakonat. Der Diakon ist liturgisch schnell erkennbar an der diagonal getragenen Stola. © Erzbistum Köln/Jelen

Mit Blick auf die ganze Geschichte der Kirche ist der Diakon ein Beruf, der gerade erst wiederentdeckt wurde. In Köln erinnert bis Ende April eine Ausstellung an die Weihe der ersten Ständigen Diakone ...

INFO: Die ersten sieben Diakone „von gutem Ruf und erfüllt von Geist und Weisheit“ werden im Neuen Testament in der Apostelgeschichte des Lukas (Apg 6,1–7 EU) erwähnt. Sie waren ursprünglich Gehilfen der Apostel zur Verwaltung des gemeinsamen Vermögens und zur Leitung der gemeinsamen Mahlzeiten – und wohl damit verbunden auch der Eucharistie. Die Weihe zum Diakon ist in der altkatholischen, der römisch-katholischen, den orthodoxen und den anglikanischen Kirchen die erste Stufe des Weihesakraments vor dem Priester- und Bischofsamt.
Diakone (altgr. διάκονος diákonos ‚Diener, Helfer‘) sind Seelsorger, die wie Priester taufen, bei Hochzeiten assistieren, beerdigen und predigen. Sie leiten keine Eucharistiefeier, spenden nicht die Krankensalbung und hören keine Beichte. Ständige Diakone dürfen verheiratet sein und üben teilweise einen Zivilberuf aus. Der Ständige Diakonat kann haupt- oder nebenberuflich mit Zivilberuf ausgeübt werden. Er steht Männern im Alter von 35 bis 55 Jahren offen, die sich zum Zölibat verpflichten, aber auch „verheirateten Männern reiferen Alters“, soweit die Ehefrau zustimmt. Heute gibt es weltweit 45.255 Ständige Diakone, deutschlandweit etwa 3295. Im Erzbistum Köln üben 101 Männer den Diakonat im Hauptberuf und 81 mit Zivilberuf aus. Im Kölner Diakoneninstitut werden derzeit 45 Männer ausgebildet.

Ständige Diakone: Die Weihe der ersten Ständigen Diakone vor 50 Jahren feierte das Erzbistum Köln am 17. Januar 2018 mit einem Pontifikalamt im Kölner Dom und anschließendem Festakt. Schon seit den 1950er-Jahren hatte es in Köln einen sogenannten „Diakonenkreis“ gegeben. Als am 18. Juni 1967 das Motu proprio „Sacrum diaconatus ordinem“ von Papst Paul VI. über die Erneuerung des Diakonates erlassen wurde und damit die Diakonenweihe offiziell möglich wurde, setzte Kardinal Frings alles in Gang, um die ersten Diakone weihen zu können und befragte den gesamten Klerus in der Diözese. Als Voraussetzung galt Festigkeit im Charakter, theologische Ausbildung und ein Leben in bewährter Ehe. Zudem wurde die Gemeinde befragt und die Ehefrauen mussten zustimmen. Am 28. April 1968 wurden im Kölner Dom zum ersten Mal fünf verheiratete Männer zu den ersten Ständigen Diakonen weltweit geweiht. Ihnen folgten allein im Erzbistum Köln bislang mehr als 400 weitere. 

Dies ist Anlass für die am 15. Januar 2018 eröffnete Ausstellung „Von Gott für die Menschen bestellt“, die bis Ende April 2018 im Foyer der Diözesan- und Dombibliothek während der Öffnungszeiten kostenfrei besichtigt werden kann. Erarbeitet wurde sie vom Erzbischöflichen Diakoneninstitut, dem Historischen Archiv des Erzbistums Köln, der Dombauverwaltung und der Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek. Sie präsentiert nicht nur die Entwicklung des Ständigen Diakonats im Erzbistum Köln, sondern auch Zeugnisse aus der frühen Kirche und viele bislang nie gezeigte Dokumente, die das Ringen um das Weiheamt im Vorfeld und während des Zweiten Vatikanischen Konzils zeigen.
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit der Beschreibung der Exponate erschienen, der in der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek zum Preis von 10 Euro erhältlich ist.

Unsere Gesprächspartner: Professor Günter Riße, Direktor des Diakonen-Instituts in Köln; Professor Siegfried Schmidt, stellvertretender Leiter der Erzbischöflichen Diözesanbibliothek Köln, Kardinal-Frings-Straße 1-3, 50668 Köln, Tel. 0221 / 1642 3721, Fax 0221 / 1642 3783, E-Mail: siegfried.schmidt@erzbistum-koeln.de. Mehr im Internet: www.dombibliothek-koeln.de, diakoneninstitut.de, Videoreihe zum Ständigen Diakonat

Freitag, 13.04.2018