Die Hunde des Herrn

von Christof Beckmann

Samstag, 05.08.2017

Platzhalterbild
Pater Johannes Schaeffler OP, Logo der Dominikaner / Foto: Provinz Teutonia

In der nächsten Woche haben sie etwas zu feiern: Die Dominikaner begehen rund um den Erdball den Festtag ihres Gründers. Und ihnen geht die Abeit auch in der deutschen Ordensprovinz Teutonia immer noch nicht aus - auch in Köln oder Düsseldorf nicht …

INFO: Der Dominikanerorden (Ordo Praedicatorum, OP) eine der wichtigsten Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche, ist benannt nach dem heiligen Dominikus (1170-1221) aus Caleruega/Kastilien. Er studierte Theologie, wurde 1196 Mitglied des Domkapitels in Osma und Augustinerchorherr. Sein zurückgezogenes Leben endete nach einer Reise nach Norddeutschland 1203: Begeistert für die Mission, begann er ab 1206 ein Leben als Wanderprediger, gründete 1207 in Prouilhe in Südfrankreich ein Frauenkloster und gewann Mitbrüder in Südfrankreich. 1215 gründete er einen Predigerorden für das Bistum Toulouse, übernahm 1216 die Regel des hl. Augustinus, erhielt ein Jahr später von Papst Honorius II. den Auftrag zur weltweiten Verkündigung und sandte seine Brüder nach Paris und Spanien. 1218 gingen die ersten Brüder von Rom nach Bologna, wo sich das erste Generalkapitel des Ordens 1220 eine neue Verfassung gab. Am 6. August 1220 starb Dominikus in Bologna, 1234 wurde er durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
Schnell war der Bettelorden durch seine gut ausgebildeten Mitglieder auch an den großen Universitätsstädten Europas präsent. Zu berühmten Mitgliedern zählen Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Meister Eckhart oder der Maler Fra Angelico, sie stellten vier Päpste und mehr als 60 Kardinäle. Auch Tomas de Torquemada, erster Großinquisitor Spaniens, der als Ketzer hingerichtete Girolamo Savonarola oder der Verteidiger der Indios, Bartholomé de las Casas, gehörten zum Orden. Bekannte Mitglieder in der Neuzeit sind die Theologen Marie-Dominique Chenu und Yves Congar, der peruanischer Befreiungstheologe Gustavo Gutierrez, Friedensnobelpreisträger Dominique Pire (1958) oder der Kardinal und Erzbischof von Wien, Christoph Schönborn.
Der Orden zählt heute weltweit etwa 6.500 Mitglieder in mehr als 600 Klöstern in 102 Ländern, rund 140 dominikanische Schwesternkongregationen mit 3.000 kontemplativ lebende Dominikanerinnen und über 30.000 apostolisch-karitativ tätige Schwestern im Dritten Orden (Terziaren). In Berlin, Düsseldorf, Köln und Worms sind Schwestern und Brüder in der Obdachlosenarbeit engagiert, in Darmstadt, Berlin, Essen, Düsseldorf, Vechta und Bottrop als Gefangenenseelsorger und in verschiedenen Städten in der Migrantenarbeit. Der 1860 neu gegründete Dominikanerkonvent St. Joseph in Düsseldorf war die erste dauerhafte Wiederansiedelung der Dominikaner in Deutschland nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Kloster der Predigerbrüder hat 1972 die Pfarrei St. Andreas in der Düsseldorfer Altstadt übernommen (Predigten, Bildungsarbeit, City-Seelsorge mit Gesprächen, Führungen und Konzerten). Die derzeit zwölf Mitglieder des Konvents arbeiten in der Wissenschaft, Verlagen und der Bildungsarbeit und engagieren sich in der Seelsorge etwa für Strafgefangene oder Obdachlose. Die „Offene Kirche der Dominikaner“ in Düsseldorf war eines der bundesweit ersten Projekte der sogenannten Citypastoral.
Mit Rücksicht auf die Ferienzeit begehen die Dominikaner in Köln das Hochfest zur Translatio des Heiligen, dem Festtag der Übertragung seiner Gebeine jährlich am 24. Mai. Am Dienstag, 8.8. feiern sie das Patronatsfest im Rahmen einer Messe um 12.05 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas.

Buchtipps: Elias H. Füllenbach (Hg.): Mehr als Schwarz und Weiß: 800 Jahre Dominikanerorden, Friedrich Pustet / Regensburg 2016, 400 S., ISBN 978-3-7917-2757-8. Beiträge zur Geschichte und berühmten Gestalten des Ordens, Dominikaner und Islam, Inquisition etc.; herausgegeben vom Düsseldorfer Prior P. Elias H. Füllenbach OP, Archivar der Dominikanerprovinz Teutonia und stellvertretender Leiter des Instituts zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum.

Kontakt: Dominikaner-Provinz Teutonia, Tel. 0221 / 580700-06, E-Mail: info@dominikaner.de, Internet: http://www.dominikaner.de; Dominikanerkloster Heilig Kreuz in Köln, Sitz der Provinzleitung (Provinzialat) der norddeutschen Dominikaner in der 1221 gegründeten Provinz Teutonia. Zu ihr gehören zehn Klöster bzw. Häuser sowie ein Vikariat in Ungarn mit insgesamt derzeit ca. 130 Dominikanern. Adresse: Dominikanerkloster Heilig Kreuz, Lindenstraße 45, 50674 Köln, Tel. 0221 / 58070001, Internet: http://www.dominikanerkloster-koeln.de, Dominikanerkirche St. Andreas, Komödienstr. 6-8, 50667 Köln. Tel. 0221 / 16066-0, Internet: http://www.sankt-andreas.de; Dominikanerkonvent St. Joseph Düsseldorf, Andreasstraße 27, 40213 Düsseldorf, Tel. 0211 / 13634–0, Fax 0211 / 13634–30, E-Mail: dominikaner@gmx.de, Internet: http://www.dominikaner-duesseldorf.de.

Unser Gesprächspartner: Pater Johannes Schaeffler OP, geboren 1969 in Illertissen, 1987 Fachhochschulreife an der staatl. Fachoberschule Neu-Ulm, 1987-1989 Studium der Religionspädagogik in Eichstätt, 1989–1991 Noviziat in der Prämonstratenserabtei Windberg, 1990-1991 Studium der katholischen Theologie in Regensburg, 1991-1993 berufstätig, 1993–1996 Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und Handelsassistenten in Dortmund, 1996-2007 berufstätig, ab 2007 Postulat in Worms, Praktikum in Hamburg, Einkleidung und Noviziatsbeginn 2008 in Worms, Einfache Profess in Worms, Diplom-Theologe, Hauptamtlicher Mitarbeiter in der City-Pastoral Düsseldorf, Socius des Provinzials und Provinzsyndicus der Ordensprovinz Teutonia, Cityseelsorger an St. Andreas, Düsseldorf, E-Mail: johannes.schaeffler@dominikaner.de.

Samstag, 05.08.2017