Internationaler Bauorden

von Christof Beckmann

Mittwoch, 04.07.2018

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Foto: Broschüre Internationaler Bauorden & Logo

Pater Werenfried von Straaten brachte sie zusammen: nach dem Krieg begannen Tausende mit dem Wiederaufbau des Kontinents im Sinne der Völkerverständigung und des Friedens. Und manchmal wurde es sogar ein romantisches Abenteuer, das bis heute anhält ...

INFO: Als Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkriegs noch weitgehend in Schutt und Asche lag und Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen aus Mittel- und Osteuropa kamen, rief der holländische Prämonstratenser-Pater Werenfried van Straaten aus der Abtei Tongerlo in Flandern immer wieder zu Versöhnung und Hilfe auf. Seit 1947 predigte und bettelte er um Nahrungsmittel für die Hungernden in Deutschland und erwarb sich den Spitznamen „Speckpater“. Um 1950 entstanden erste Selbsthilfesiedlungen in Handarbeit, ab 1953 nehmen 100 Jesuitenschüler aus Gent /Belgien die unentgeltliche Arbeit beim Bau einer Siedlung in Nienberge bei Münster/Westfalen auf, bei weiteren 17 Einsätzen arbeiten 600 „Baugesellen“ aus vier Nationen mit. Bald gründen sich in Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Österreich, Italien und Ungarn selbständige nationale Bauordens-Organisationen, die eng zusammenarbeiten und den Internationalen Bauorden (IBO) bilden. Seit der Gründung haben inzwischen rund 360.000 vorwiegend junge Menschen, Schüler, Studierende, Auszubildende, Handwerker und Angestellte als Freiwillige bei Bau- und Renovierungsarbeiten für soziale und gemeinnützige Einrichtungen geholfen.

Der Bauorden Deutschland finanziert sich heute überwiegend durch Spenden, erhält für seine Arbeit aber auch öffentliche Zuschüsse. Getragen wird er von dem gemeinnützigen Verein „Internationaler Bauorden Deutscher Zweig e.V.“, die Arbeit wird von der Geschäftsstelle in Ludwigshafen organisiert. Er plant mit seinen Partnern jährlich etwa 120 Baucamps europaweit, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, und kümmert sich um Werkzeuge und Baumaterial. Dabei arbeiten internationale Gruppen von sechs bis zwölf Teilnehmern in der Regel zwei bis drei Wochen und erhalten für ihre Arbeit kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Für Architektur- und Bauingenieurstudenten kann die Teilnahme an einem Baulager des IBO als Baustellenpraktikum anerkannt werden.

2018 werden 22 Baucamps in Deutschland durchgeführt, dazu weitere im Ausland wie in Ägypten, Bulgarien, Estland, Georgien, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Marokko, den Niederlanden, in Rumänien, Russland, Griechenland, Österreich, Polen, Spanien, Tschechien und in der Ukraine. Die meisten Freiwilligen sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, es gibt auch eine Gruppe aktiver Seniorinnen und Senioren im Bauorden sowie Camps für Familien. Nationalität, Religion oder Fremdsprachenkenntnisse sind keine Kriterien. Das Mindestalter für die Teilnahme an den Projekten in Deutschland ist 16 Jahre und 18 Jahre im Ausland. Die Anmeldegebühr für ein Camp in Deutschland beträgt 80 € (weitere Camps 60 €), für ein Camp im Ausland 110 € (Camps in Marokko 280 €, in Russland und Georgien 180 €). Die Anmeldung zu den Baucamps erfolgt über die Internetseite www.bauorden.de.

Senioren im Bauorden: Die Teilnahme an den Bauwochen des IBO ist keine Frage des Alters. Immer mehr Senioren und Seniorinnen sind dabei. Es gibt verschiedene Angebote: Internationale Seniorengruppen im In- und Ausland, Senioren als technische Leitung in den Baucamps, Generationsübergreifende Bauwochen in Europa, Senioren als Fachkräfte im „Einzeleinsatz“

Spendenkonto: Internationaler Bauorden, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE44 5502 0500 0008 6223 00, Spenden an den Internationale Bauorden sind steuerabzugsfähig.

Kontakt: Internationaler Bauorden, Schützenstr. 1, 67061 Ludwigshafen/Rhein, Tel. 0621 ­ / 6355 4946, E-Mail: info@bauorden.de, Internet: www.bauorden.de, Facebook. Weblinks: Internationaler Bauorden, Deutscher Bauorden, Österreichischer Bauorden, Schweizer Bauorden, Joseph Schmitt-Preis, Download zur Geschichte des Bauordens

Mittwoch, 04.07.2018