Kirchentag 2017 ´Du siehst mich´

von Jürgen Marx

Samstag, 20.05.2017

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Das Motto des Kirchentags lautet ´Du siehst mich´

Sie feiern jedes Jahr abwechselnd. Und manchmal auch zusammen -  Die katholische und evangelische Kirche. Im letzten Jahr war der Katholikentag in Leipzig und in der nächsten Woche findet der Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg statt

Jeder ist willkommen, unabhängig von Glauben und Religion. Es gibt viele interessante und unterhaltsame Vorträge, Diskussionen, Workshops, Bibelarbeiten, Gottesdienste und Musik- Events. Jürgen Marx stellt Ihnen in seinem Beitrag einige Highlights vor.

Das Motto des Kirchentags lautet ´Du siehst mich´ angelehnt an eine besondere Stelle der Bibel:

´Du bist ein Gott, der mich sieht´, sagt Hagar, die Dienerin von dem Gründer des Volkes Israel, Abraham, zu Gott (1. Mose 16,13.).

Eine schöne Erklärung und Betrachtung dieser Geschichte hat die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschär, verfasst. Hier ein Auszug:

Zunächst: Mann und Frau: Sarah und Abraham sind alt und kinderlos. Kinder zu haben – das war im Orient die einzig denkbare Lebenserfüllung für Frauen. Sarah hat keine Kinder, zum Verzweifeln ist das. Diese Verzweiflung muss man verstehen, um zu begreifen, was dann geschieht: Sarah gibt ihre Kammerzofe als Leihmutter an Abraham.

Hagar ist Objekt. Sexobjekt, Objekt der Sehnsucht nach DEM Kind. Sie handelt nicht. An ihr wird gehandelt, mit ihr wird gehandelt. Sodann: Die beiden Frauen untereinander – schwierig: Mal Konkurrenz, mal Solidarität, hier konfliktreich. Als Hagar schwanger ist, kehren sich die Machtverhältnisse um. Sarah, die den Plan ausgeheckt hatte, Sarah, die Herrin, Sarah, deren Wort Gewicht hatte, wird leicht. Wird verletzlich, als Hagar schwanger ist.

Hagar wird gewichtiger, nicht nur körperlich, auch seelisch. Als sie merkte, dass sie schwanger war, verlor ihre Herrin an Gewicht in ihren Augen. Ein Kind zu erwarten, heißt, die Zukunft in sich zu tragen. Selbst wenn sie weiß, dass das Kind nicht ihres sein wird.Die Machtverhältnisse kippen: Sarah wird ein Leichtgewicht, Hagar ein Schwergewicht. Der Konflikt unausweichlich. Was auch immer Sarah Hagar angetan hat – es muss so dramatisch gewesen, dass die schwangere Hagar mit nichts als sich selbst und dem Kind in ihrem Bauch flieht... - In die Wüste.

Eine umgekehrte Auszugsgeschichte - nicht das Volk Israel verlässt die Sklaverei in Ägypten, sondern die Ägypterin Hagar flieht aus der Sklaverei im Haus Sarahs, der Israelitin. Der Akt der Selbstbefreiung, das Weglaufen fühlt sich im ersten Moment gut an, atmet Freiheit. Aber die Wüste ist nicht der Raum der Freiheit, sondern der Gefahr – für die Seele und für Leib und Leben. Hagar gibt auf. Gibt sich auf und das Kind. Plötzlich aber geschieht etwas, das ihr Leben herausreißt …

Den ganzen Text finden Sie unter:

https://www.kirchentag.de/service/meldungen/berlin/du_siehst_mich_heisst_gottvertrauen.html

Im Jahr 2019 findet der Kirchentag bei uns in NRW, in Dortmund, statt. Einen Vorgeschmack darauf bekommen Sie aber schon in der nächsten Woche in Berlin. Die Evangelische Kirche von Westfalen präsentiert in der "Westfalenhalle" auf dem Messegelände Berlin in Halle 7.2.c. ein überraschendes Angebot. Schon das Betreten der Halle wird ein besonderes Erlebnis. Welches, wird noch nicht verraten. In der Halle gibt es durchgehendes Bühnenprogramm, Mitmachaktionen an Infoständen und die Möglichkeit, bei einem Getränk zu entspannen. Feste Zeiten sind das Mittagsgebet um 13 Uhr, das Abendgebet um 18 Uhr und ein Flashmob um 13:29 Uhr, an den sich ein einstündiges offenes Singen anschließt.

Das detallierte Bühnenprogramm finden Sie hier:

http://kirchentag2019.ekvw.de/westfalenhalle-in-berlin/

 

Samstag, 20.05.2017