Macht Spaß – alle motiviert

von Christof Beckmann

Mittwoch, 15.03.2017

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Wenn Hans-Bernd Hungerhoff loszieht, kommen sie immer vollbepackt nach Hause. Auch heute, am Tag der Rückengesundheit. Der Rentner und seine Männer aus dem Irak, aus Syrien oder Ghana sind aktiv bei der Caritas-Flüchtlingshilfe ...

INFO: Seit 2007 unterstützt die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen / CFE christliche Gemeinden in der Ninive-Ebene und in Essen. Im Irak wurden zunächst Soforthilfen in Form von Bargeldauszahlungen an Bedürftige geleistet. Mit Hilfe von Spenden konnte die CFE mit 100 Containern das „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet“ für jesidische Flüchtlinge errichten, inklusive Bäckerei und Handwerkerstraße, zudem vor Ort Lebensmittel, Brennstoff, Bekleidung an Geflüchtete aus Karakosh verteilen, die in der autonomen Region Kurdistan Zuflucht gefunden haben. Die CFE wird ab dem Sommer 2017 ihren Schwerpunkt auf Wiederaufbaumaßnahmen in Karakosch lenken. Seit 2007 haben die Caritas im Ruhrbistum und die CFE für Hilfen im Irak rund drei Millionen Euro an Spenden einsetzen können.
Kontakt: Caritas-Flüchtlingshilfe Essen e.V., Elisenstraße 13, 45139 Essen, Tel. 0201 / 3200331, E-Mail: info@fluechtlingshilfe.com, Vorstand: Jan Jessen, Markus Kampling, Rudi Löffelsend.
Das Büro im Gebäude des Caritas-Stadtverbandes Essen, Niederstr. 12-16, ist grundsätzlich dienstags bis freitags von 10 bis 15 Uhr besetzt: Elisenstraße 13, 45139 Essen, Tel. 0201 / 3200331.
Das Begegnungszentrum in der Elisenstraße 13 ist montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr und freitags von 10 bis 14 Uhr besetzt, Tel. 0201 / 50756754 erreichbar.
Das Möbellager hat für die Abgabe an Flüchtlinge dienstags und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet (Anfragen an das Büro in der Niederstraße unter Tel. 0201 / 3200331). Abgabe erfolgt nur an erwachsene Flüchtlinge, die erstmalig eine eigene Wohnung in Essen beziehen oder seit höchstens drei Monaten in dieser Wohnung gemeldet sind. Zum Nachweis sind neben dem Mietvertrag die Ausweispapiere vorzulegen, aus denen die Anzahl der gemeldeten Familienmitglieder hervorgehen. Gefragt ist alles – aus Gründen der Kapazität können allerdings Spielzeug, Bücher etc., aber auch Kleiderspenden nicht angenommen werden.
Für die Beratung (Deutsch und Englisch sowie in Grundzügen Spanisch und Französisch. Dolmetscher für Arabisch sind in der Regel vor Ort) ist persönliche Vorsprache erforderlich. Öffnungszeiten: Mo 10-12, Di 14-18, Mi 14-16, Do 11-14, Fr 10-12 Uhr.
Kostenlose Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene finden zu verschiedenen Zeiten statt (Anmeldung persönlich in der Elisenstraße 13). Im Erzählcafé kann man ohne Anmeldung erscheinen. Es findet jeden montags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr und mittwochs von 17 bis 19 Uhr in der Elisenstraße 13 statt.

Spendenkonto: Bank im Bistum Essen, DE45 3606 0295 0000 1026 28. Kontakt: Rudi Löffelsend (ehemaliger Caritas-Diözesanreferent für Auslandshilfe), „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet“, Caritasverband für die Stadt Essen e.V., Franziska-Schervier-Haus, Niederstraße 12-16, 45141 Essen, Tel. 0201 / 32 003 15, Mobil 0171 / 83 57 187, E-Mail: rudi.loeffelsend@t-online.de, flüchtlingshilfe@caritas-e.de. Weitere Infos unter www.fluechtlingshilfe.com.

Die Flüchtlingsbroschüre der Caritas im Bistum Essen bietet viele praktische Tipps, Adressen und Anregungen: http://www.caritas-essen.de/cms/contents/caritas-essen.de/medieninhalte/dokumente/broschuere-fluechtli/caritas-fluechtlingshilfe_im_bistum_essen.pdf?d=a&f=pdf

Christen im Irak: Der Irak zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten des Christentums, dessen Ursprünge im Zweistromland bis auf den heiligen Apostel Thomas zurückgeführt werden. Im irakischen Kernland stellten Christen vor der islamischen Eroberung im 7. Jahrhundert die Bevölkerungsmehrheit. Ihr Anteil nahm danach immer weiter ab. Trotzdem genossen die Christen unter dem Regime von Saddam Hussein vergleichsweise große Freiheiten. Die größte Gruppe unter den zahlreiche Konfessionen bildeten die mit Rom unierten Kirchen, darunter die katholischen Chaldäer mit früher rund 200.000 Mitgliedern. Daneben gibt es Katholiken des armenischen, lateinischen, byzantinischen und syrischen Ritus, Altorientalen (Assyrer, Armenier, Syrisch-Orthodoxe), orthodoxe Christen sowie Protestanten.
Von den vormals bis zu 1,5 Millionen Christen im Irak sind bis heute rund 1 Million - erst unter Saddam Hussein, dann vor dem IS - geflohen. Der weitaus größte Teil ist über die ganze Welt zerstreut, das jahrtausendealte kulturelle Erbe des christlichen Orients steht vor der Vernichtung.
Hunderttausende flohen nach dem Beginn des Irakkrieges 2003 vor wachsender Diskriminierung, Anschlägen und Entführungen nach Syrien, Jordanien, Libanon oder in den Westen – ein Exodus, der sich nach den Verfolgungen durch die Terrorgruppe „Islamischer Staat/IS“ verstärkte. Die verbliebenen Christen leben vorwiegend in der Hauptstadt Bagdad und im kurdisch besiedelten Norden. Ihre Situation sei dramatisch, unterstrich am 9. März der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovic. Im gesamten Nahen Osten seien in den vergangenen Jahren Millionen Menschen aus ihrem angestammten Land vertrieben worden. Die übrigen lebten unter permanenter Bedrohung und Repressionen. Zahllose Kirchen und alte Kultstätten aller Religionen seien zerstört worden.
Allein in der Stadt Essen gibt es unter insgesamt 4.000 neuen Christen aller Konfessionen inzwischen eine syrisch-katholische Exilgemeinde mit ca. 500 Gläubigen.

Papst ruft zum Gebet für verfolgte Christen auf: In seiner „Gebetsmeinung für den März 2017“ ruft Papst Franziskus mit einem Video zum Gebet für verfolgte Christen auf. Ihre Zahl schätzt die international agierende evangelikale Organisation Open Doors im Januar auf rund 200 Millionen.

 

Mittwoch, 15.03.2017