Party, Patrick, Fastenzeit

von Christof Beckmann

Samstag, 17.03.2018

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St. Patrick´s Day - alles im grünen Bereich ....

Die Welt ist grün: Heute, am St. Patricks Day werden rund um den Globus die Umsätze in den Pubs steigen. Alles zu Ehren des Nationalheiligen. Aber: Moment - ist denn nicht Fastentag? Die Iren und ihre Sympathisanten weltweit sehen das ganz entspannt ...

INFO: Patrick von Irland (Patricius), Bischof, Glaubensbote in Irland, geboren um 389 in Bannaventa Berniae in England, gestorben um 461 in Irland, ist der Nationalheilige Irlands, Patron der Bergleute, Schmiede, Fassmacher, Friseure und des Viehs. Sein Gedenktag ist der 17. März.

Historisch verlässlich ist nur wenig: Der Sohn eines römischen Unteroffiziers und Diakons im Westen Englands soll als Junge von irischen Piraten entführt und nach Irland verschleppt worden sein, wo er sechs Jahre lang als Sklave arbeiten musste, bevor ihm die Flucht nach Hause gelang. Durch mystische Erfahrungen und Träume beeinflusst, fasste er den Plan, als Missionar ins damals noch nicht christianisierte Irland zurückzukehren. Zunächst ging er aber auf das europäische Festland und lebte einige Jahre als Mönch auf den Lerins-Inseln in der Nähe von Nizza sowie in Auxerre. Gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten machte er sich um 432 dennoch auf den Weg und wurde schließlich zum Nachfolger des ersten Bischofs der Iren, Palladius berufen. Seine Missionsgebiete lagen vor allem im Norden und Westen der Insel. Er ließ 365 Kirchen bauen, darunter um das Jahr 444 die Bischofskirche in Armagh am Sitz des Königshauses - bis heute Sitz der katholischen und anglikanischen Erzbischöfe für Irland. 449 soll er sich für vierzig Tage - wie einst Mose am Sinai - zum vorösterlichen Fasten auf den heute „Croagh Patrick“ genannten Berg in der Grafschaft Mayo zurück-gezogen haben. Auf die wichtigste Pilgerstätte in Irland ziehen jährlich Scharen von Pilgern, viele gehen mit bloßen Füßen oder rutschen auf den Knien, um Buße zu tun. Noch heute ist der Stein zu besichtigen, auf dem Patrick so lange im Gebet gekniet haben soll, dass seine Knie einen Abdruck hinterließen. Gegen den Widerstand keltischer Druiden wurde Irland bald christianisiert. Auch gegen innerkirchliche Kritiker musste sich Patrick durchsetzen. Für sie schrieb er am Ende seines Lebens die „Confessio“ („Bekenntnis“), einen Tätigkeitsbericht, in dem er sich auf den Taufbefehl Christi berief.

Seine erfolgreiche Missionstätigkeit inspirierte das rasch wachsende Klosterwesen auf der Insel: Zahlreiche irische Mönche nahmen sich die zunächst unfreiwillige Heimatlosigkeit des heiligen Patrick zum Vorbild, zogen aufs Festland nach Gallien, Germanien und Italien und wurden Prediger des Evangeliums und Gründer klösterlicher Niederlassungen. Auch am Rhein hinterließen sie Spuren: Bereits um 800 stellen irische Mönche die Äbte von St. Pantaleon und des Schottenklosters Groß-St.Martin in Köln. Über 70 Millionen insgesamt sollen heute außerhalb der Landesgrenzen leben – auch in Deutschland sind sie unübersehbar. Vor allem mit ihren Irish Pubs, in denen der St. Patrick´s Day am 17. März ein hoher Feiertag ist.

Am „Saint Patrick's Day“ trägt man traditionell grüne Kleidung und „Shamrocks“, dreiblättrige Kleeblätter, das Nationalsymbol Irlands. Mit ihrer Hilfe erklärte Patrick der Legende nach den heidnischen Iren das Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit. Patrick wird meist in bischöflichen Gewändern gezeigt, mit einem Kleeblatt in der Hand und einer Schlange zu seinen Füßen. Der Legende nach vertrieb er mit seinem Bischofsstab die Schlangen aus Irland.

Sein Festtag ist längst nicht mehr nur unter irischen Katholiken beliebt: In den USA gilt der St. Patricks Day als inoffizieller Nationalfeiertag. Schon seit dem 18. Jahrhundert gibt es in New York die mittlerweile weltgrößte Parade zu seinen Ehren, in Chicago begannen vor Jahrzehnten Klempner mit der Tradition, den Fluss der Millionenstadt in Kleeblatt-Grün zu färben. Für Iren in Deutschland oder Deutsche mit unstillbarer Irlandsehnsucht gibt es an vielen Orten in Deutschland die Deutsch-Irischen Gesellschaften oder Vereine, die je nach Größe ein unterschiedliches Angebot an kulturellem und persönlichem Austausch zwischen Deutschland und Irland haben. Von reinen Informationsveranstaltungen bis hin zu Städtepartnerschaften, Informations- und Studienreisen oder zum Feiern irischer Feste in Deutschland ein reichhaltiges Programm.

Konsulat von Irland in Köln: Irish Honorary Consulate General in Cologne, Frankenforster Str. 77, 51427 Bergisch-Gladbach, Tel. 02204 / 60 98 60, Fax (+49) 2204 60 98 61, Konsul: Brigitte Wagner-Halswick, Mo-Do, 10:00-14:00; Botschaft von Irland in Deutschland: Botschaft von Irland in Berlin

Das weit verbreitete Segens- und Schutzgebet des Hl. Patrick stammt aus vorchristlichen Tarditionen und wird mit dem lateinischen Begriff "Lorica" ("Brustpanzer") bezeichnet. Es ist Ausdruck einer tiefen Frömmigkeit, die sich in den sogenannten "irischen Segen" wiederfindet. Die Langversion des Originals wird am Gedenktag des Heiligen bei der Messe und bei Paraden gesungen. Eine illustrierte Version des Gebets haben die irischen Salesianer Don Boscos ins Netz gestellt.

AN IRISH PRAYER:

As I arise today, may the strength of God pilot me, the power of God uphold me, the wisdom of God guide me. May the eye of God look before me, the ear of God hear me, the word of God speak for me. May the hand of God protect me, the way of God lie before me, the shield of God defend me, the host of God save me. May Christ shield me today.

Christ with me, Christ before me, Christ behind me, Christ in me, Christ beneath me, Christ above me, Christ on my right, Christ on my left, Christ when I lie down, Christ when I sit, Christ when I stand, Christ in the heart of everyone who thinks of me, Christ in the mouth of everyone who speaks of me, Christ in every eye that sees me, Christ in every ear that hears me. Amen.

Das Patrick zugeschriebene Gebet "The Deer´s Cry" hat der irische Komponist Shaun Davey 1994 auf seiner CD "The Pilgrim" in folgender Version veröffentlicht:

Samstag, 17.03.2018