Pater Gregor aus Langwaden

von Mario Brumbi

Montag, 11.05.2015

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Pater Gregor Winter OCist, Foto: M. Brumbi

Ulrich Winter war Pfarrer in Erfurt, ging vor einem Jahr zu den Zisterziensern im Kloster Langwaden bei Grevenbroich. Heute geht sein einjähriges Noviziat zu Ende und legt als Pater Gregor für drei Jahre ein Gelübde ab. ..

INFO: Er war Pfarrer in Erfurt, aber das war ihm nicht genug: Der 49-jährige Erfurter Ulrich Winter ließ sich 1999 in seiner Heimatstadt zum Priester weihen und arbeitete an verschiedenen Stationen. Ihm fehlte aber etwas und seine ständige Sehnsucht und Unruhe führte ihn an den Niederrhein. Im vergangenen Jahr fing er bei den Zisterziensern im Kloster Langwaden fast von vorne an: Seit Mai 2014 war er im einjährigen Noviziat und nennt sich seitdem Pater Gregor. Heute, am 11. Mai, endet das Noviziat und er legt für drei Jahre ein Gelübde ab. Der Professritus findet nach der morgendlichen Laudes im Kapitelsaal statt. Als äußeres Zeichen der Profess erhält Pater Gregor das schwarze Skapulier. Zur Dankmesse um 10:00 Uhr und zum anschließenden Umtrunk im Kreuzgang sind alle herzlich eingeladen.

Kloster Langwaden in Grevenbroich, Ortsteil Langwaden, um 1145 als Prämonstratenserinnenkloster gegründet, wurde 1693 in seiner heutigen Form im Barockstil neu gebaut, 1802 in der Säkularisation aufgehoben und mit allen Ländereien an den französischen Diplomaten Nicolas-Joseph Maison verkauft, der 1830 die Klosterkapelle abbrechen ließ und das Kloster selbst zu einer Schlossanlage umgestalten ließ. 1913 wurde das Areal durch die Grafen von Nesselrode erworben, ab 1939 als NS-Arbeitslager benutzt und nach dem Krieg als Notunterkunft für Flüchtlinge. 1962 vom Orden der Zisterzienser gepachtet, kamen 1964 die ersten Mönche aus dem Kloster Ossegg in Nordböhmen, 1970 und 1986 Umbauten. Langwaden ist selbstständiges Priorat im Zisterzienserorden, bewirtschaftet einen Klostergarten, eine Druckerei und Buchbinderei, verfügt über Gästezimmer und eine Gastronomie. In der Wohnstätte St. Bernhard und im Altenheim St. Andreas wohnen alleinstehende und wohnungslose Männer.

Der Zisterzienserorden mit heute rd. 2.800 Mitgliedern weltweit, entstand durch Reformen im Benediktinerorden. Sie führen in der Tradition der Gründer des 1098 gegründeten Neuklosters in Cîteaux ein Leben des Gebets, der Lesung und der Arbeit. Für ihren Aufstieg sorgte vor allem der heilige Bernhard von Clairvaux, der mit 30 Gefährten 1112 dem strengen Reformkloster von Cîteaux beitrat und mit 25 Jahren zum Abt zur Neugründung des Klosters Clairvaux gewählt wurde, das bald 700 Mönche zählte. Bis zu Bernhards Tod 1153 wurden allein von Clairvaux aus 67 Klöster in ganz Europa gegründet. Um 1300 war der Orden in allen wichtigen Ländern Europas vertreten und zählte ca. 700 Niederlassungen, auf dem Gebiet des späteren Deutschland entstanden insgesamt 91 Männerklöster. Das erste deutsche Zisterzienserkloster war das 1123 gegründete Kloster Kamp; im Jahre 1127 folgte Kloster Ebrach (Erzbistum Bamberg) und kurz darauf Kloster Walkenried am Südrand des Harzes. Zwischen 1200 und 1250 entstanden auch ca. 160 Frauenklöster des Ordens im deutschen Sprachraum. Mehr: http://www.ocist.org/, Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel: www.kloster-stiepel.org/.

Kontakt: Zisterzienserkonvent Langwaden e.V., Kloster Langwaden 1, 41516 Grevenbroich, Tel. Pforte 02182 / 8802–0, Fax 02182/ 8802–12, E-Mail: pforte(bei)klosterlangwaden.de, Zisterzienserpriorat, Tel. 02182 / 8802–51 (Sekretariat/ Verwaltung), Fax 02182 / 8802–22 (Prior), E-Mail: prior.bruno(bei)klosterlangwaden.de, Internet: http://www.zisterzienser-langwaden.de, http://www.klosterlangwaden.de/

Termine der Gemeinschaft in den nächsten Tagen und Wochen

  • An Christi Himmelfahrt (14. Mai 2015), am Pfingstsonntag (24. Mai 2015) und Pfingstmontag (25. Mai 2015) wird das Hochamt um 10:30 Uhr gefeiert. Die Terz wird um 10:10 Uhr gebetet.
  •  Im Monat Mai findet im Anschluss an die Sonntagsvesper um 17:30 Uhr am 10. und 24. Mai 2015 jeweils ein Marienlob statt. Der Abschluss des Marienlobes im Mai ist am 31. Mai 2015 in Verbindung mit der Vesper um 17:30 Uhr.
  •  Im Rahmen des „Jahres der Orden“ haben die Zisterziensermönche am 31. Mai 2015 Frau Maria Bonzelet von den Gemeinschaften des heiligen Charles de Foucauld eingeladen. Frau Bonzelet wird den Sonntagsgottesdienst um 10:30 Uhr mitgestalten. Im Anschluss an die Heilige Messe sind alle zum Gespräch mit Frau Bonzelet in den Kreuzgang eingeladen.

Montag, 11.05.2015