Patrick: Im Zeichen des Kleeblatts

von Elvis Katticaren

Donnerstag, 16.03.2017

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Auch bei Diarmaid und Sinead Cotter im Irish Pub „Zur Post“ Schildgen wird der St. Patricks Day 2017 am 17. März mit Live-Musik gefeiert. Foto: Elvis Katticaren

Kaum ein Ort Europas, an dem sie schon vor über 1000 Jahren nicht anzutreffen waren: Fromme Iren, die das Martyrium suchten, sich voll in die Missionsarbeit warfen und den Glauben bis zu den Alpen brachten. Auch am Rhein hinterließen sie Spuren ...

INFO: Patrick von Irland (Patricius), Bischof, Glaubensbote in Irland, geboren um 389 in Bannaventa Berniae in England, gestorben um 461 in Irland, ist der Nationalheilige Irlands, Patron der Bergleute, Schmiede, Fassmacher, Friseure und des Viehs. Sein Gedenktag ist der 17. März.

Historisch Verlässliches ist wenig überliefert: Der Sohn eines römischen Unteroffiziers und Diakons im Westen Englands soll als Junge von irischen Piraten entführt und nach Irland verschleppt worden sein, wo er sechs Jahre lang als Sklave arbeiten musste, bevor ihm die Flucht nach Hause gelang. Durch mystische Erfahrungen und Träume beeinflusst, fasste er den Plan, als Missionar ins damals noch nicht christianisierte Irland zurückzukehren. Zunächst ging er aber auf das europäische Festland und lebte einige Jahre als Mönch auf den Lerins-Inseln in der Nähe von Nizza sowie in Auxerre. Gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten machte er sich um 432 dennoch auf den Weg und wurde schließlich zum Nachfolger des ersten Bischofs der Iren, Palladius, berufen. Seine Missionsgebiete lagen vor allem im Norden und Westen der Insel. Er ließ 365 Kirchen bauen, darunter um 444 die Bischofskirche in Armagh, am Sitz des Königshauses - bis heute Sitz der katholischen und anglikanischen Erzbischöfe für Irland. 449 soll er sich für vierzig Tage - wie einst Mose am Sinai - zum vorösterlichen Fasten auf den heute „Croagh Patrick“ genannten Berg in der Grafschaft Mayo zurück-gezogen haben. Scharen von Pilgern ziehen jährlich zu der wichtigsten Pilgerstätte in Irland, viele gehen mit bloßen Füßen oder rutschen auf den Knien, um Buße zu tun. Noch heute ist der Stein zu besichtigen, auf dem Patrick so lange im Gebet gekniet haben soll, dass seine Knie einen Abdruck hinterließen. Gegen den Widerstand keltischer Druiden wurde Irland bald christianisiert. Auch gegen innerkirchliche Kritiker musste sich Patrick durchsetzen. Für sie schrieb er am Ende seines Lebens die „Confessio“ („Bekenntnis“), einen Tätigkeitsbericht, in dem er sich auf den Taufbefehl Christi berief.

Seine erfolgreiche Missionstätigkeit inspirierte das rasch wachsende Klosterwesen auf der Insel: Zahlreiche irische Mönche nahmen sich die zunächst unfreiwillige Heimatlosigkeit des heiligen Patrick zum Vorbild, zogen aufs Festland nach Gallien, Germanien und Italien und wurden Prediger des Evangeliums und Gründer klösterlicher Niederlassungen. Auch am Rhein hinterließen sie Spuren: Bereits um 800 stellen irische Mönche die Äbte von St. Pantaleon und des Schottenklosters Groß-St.Martin in Köln (Heinz Löw, Eine Kölner Notiz zum Kaisertum Karls d. Gr., Rhein. Vierteljahresblätter 14, 1949, 7-34, bes. S. 15f.). Über 70 Millionen insgesamt sollen heute außerhalb der Landesgrenzen leben – auch in Deutschland sind sie unübersehbar. Vor allem mit ihren Irish Pubs, in denen der St. Patrick´s Day am 17. März ein hoher Feiertag ist.

Am „Saint Patrick's Day“ trägt man traditionell grüne Kleidung und „Shamrocks“, dreiblättrige Kleeblätter, das Nationalsymbol Irlands. Mit ihrer Hilfe erklärte Patrick der Legende nach den heidnischen Iren das Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit. Patrick wird meist in bischöflichen Gewändern gezeigt, mit einem Kleeblatt in der Hand und einer Schlange zu seinen Füßen. Der Legende nach vertrieb er mit seinem Bischofsstab die Schlangen aus Irland. Sein Festtag ist längst nicht mehr nur unter irischen Katholiken beliebt. In den USA, auf deren Kultur die Iren großen Einfluss genommen haben, gilt der St. Patricks Day als inoffizieller Nationalfeiertag. Schon seit dem 18. Jahrhundert gibt es in New York die mittlerweile weltgrößte Parade zu seinen Ehren, in Chicago begannen vor Jahrzehnten Klempner die Tradition, den Fluss ihrer Millionenstadt in Kleeblatt-Grün zu färben. Für den am Festtag, einem Freitag, gebotenen Fastentag, an dem das Kirchenrecht zu Abstinenz und Buße verpflichtet, haben Bischöfe mit Ausnahmeregeln reagiert. Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur „Catholic News Service" (CNS) haben neun Bistümer Dispens erteilt.

Für Iren in Deutschland oder Deutsche mit unstillbarer Irlandsehnsucht gibt es an vielen Orten in Deutschland die Deutsch-Irischen Gesellschaften oder Vereine, die je nach Größe ein unterschiedliches Angebot an kulturellem und persönlichem Austausch zwischen Deutschland und Irland haben. Von reinen Informationsveranstaltungen bis hin zu Städtepartnerschaften, Informations- und Studienreisen oder zum Feiern irischer Feste in Deutschland ein reichhaltiges Programm. Konsulat von Irland in Köln: Irish Honorary Consulate General in Cologne, Frankenforster Str. 77, 51427 Bergisch-Gladbach, Tel. 02204 / 60 98 60, Fax (+49) 2204 60 98 61, Konsul: Brigitte Wagner-Halswick, Mo-Do, 10:00-14:00; Botschaft von Irland in Deutschland: Botschaft von Irland in Berlin

Unser Gesprächspartner: Diarmaid Cotter, Irish Pub „Zur Post“ Schildgen, Altenberger-Dom-Str. 115, 51467 Bergisch Gladbach-Schildgen. Sie feiern den St. Patricks Day 2017 am 17.03.2017 ab 20:00 Uhr. Für Livemusik sorgt Jeff Collins mit Irish & Celtic Rock sowie Rock, Country & Oldies. Internet: http://www.irishpub-schildgen.de

Donnerstag, 16.03.2017