Streitschlichter und Christ - Zum Tod von Politiker Heiner Geißler

von Jürgen Marx

Samstag, 21.10.2017

Heiner Geißler
Heiner Geißler war ein guter Streitschlichter. (Foto: Heike Huslage-Koch - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52699705)

Wenn man diese drei Themen in einem Atemzug hört, dann zuckt man erstmal zusammen: Stuttgart 21, Deutsche Bahn und Tarifstreit der Gewerkschaft. Doch Heiner Geißler hat solche Themen gerne bearbeitet

Jürgen Marx hat wenige Monate vor seinem Tod ein Interview mit Heiner Geißler geführt, indem sich der ehemalige Politker auch über seinen Glauben geäußert hat:

Ob Gott existiert, das kann man nicht wissen, nur glauben. Wenn man zweifelt im Glauben, dann kann man trotzdem Christ sein, weil man die Hoffnung behalten kann und muss, dass es eben Gott doch gibt. Und selbst wenn man das nicht kann, dann gilt das oberste Gebot, wie Jesus gezeigt hat, nämlich die Nächstenliebe, die denselben Wert hat wie die Gottesliebe.

In seinem 2015 erschienen Buch: „Was müsste Luther heute sagen“ führt Geißler die Gedanken von Martin Luther mit der Situation der evangelischen und katholischen Kirche von heute zusammen.

Er müsste sagen. Beendet Spaltung, redet miteinander. Macht nicht dieselben Fehler wie wir damals. Und wenn ihr miteinander redet: auf Augenhöhe. Nicht von oben nach unten, sondern von Menschen zu Menschen, Christen zu Christen.

Am 17. September ist Heiner Geißler im Alter von 87 Jahren gestorben. 

Samstag, 21.10.2017