Taufe in der Osternacht

von Christof Beckmann

Mittwoch, 12.04.2017

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Arijana Shala (links) und Jasmin Hoti bereiten sich auf die Taufe vor. In der Osternacht empfangen sie das Sakrament in der Dülmener St.-Joseph-Kirche. Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle

Arijana und Jasmin haben sich über ein Jahr in der Pfarrei St. Viktor in Dülmen auf ihre Taufe vorbereitet und lassen sich in der Osternacht taufen. Anders also als bei den anderen 51.000 Taufen in NRW nach der katholischen Kirchenstatistik ....

INFO: Nach der Kirchlichen Statistik der (Erz-)Bistümer werden in Deutschland pro Jahr rund 167.000 katholische Taufen durchgeführt, davon 51.000 in den NRW-(Erz-)Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn. Knapp 9.300 katholische Täuflinge in Deutschland sind älter als sieben Jahre, davon rund 2.700 älter als 14 und gelten als Erwachsene. Von ihnen werden sich auch in der Osternacht 2017 wieder viele in der gottesdienstlichen Gemeinschaft taufen lassen: So wurden im Erzbistum Köln 65 Erwachsene von Erzbischof Rainer Maria Woelki zur Taufe zugelassen, im St. Paulus-Dom in Münster feierte Bischof Felix Genn mit 23 Taufbewerber am Sonntag, 5. März, die Zulassung. Sie ist den Bischöfen vorbehalten.

Auch Arijana Shala (16) und Jasmin Hoti (19), die bislang keiner Religion angehörten, waren im Paulusdom dabei. Sie haben sich über ein Jahr in der Pfarrei St. Viktor in Dülmen auf ihre Taufe vorbereitet. Zwar nahmen sie immer gern am katholischen Religionsunterricht teil, doch wurden sie als Kinder nicht getauft, weil ihnen ihre Eltern diese Entscheidung eines Tages selbst überlassen wollten. Im Auferstehungsamt in der Osternacht am 15. April wird Robert Schüttert, emeritierter Diakon, die jungen Frauen in der St.-Joseph-Kirche in Dülmen taufen. Pater Binish Arackal Varkey spendet ihnen das Sakrament der Firmung und anschließend werden sie auch erstmalig die heilige Kommunion empfangen

Die katholische Tauffeier für Erwachsene mit dem in der Osternacht geweihten Taufwasser nimmt in den letzten Jahren deutlich zu. Das als Grundlage des ganzen christlichen Lebens geltende Sakrament wird fast ausschließlich jüngeren Kindern gespendet. Zur liturgischen Feier gehören die Bezeichnung mit dem Kreuz, Lesungen und die Allerheiligenlitanei, da der Täufling in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen wird. Es folgen der Taufexorzismus und die Salbung mit Katechumenenöl an, die Heiligung des Taufwassers durch das Weihegebet („Lob und Anrufung Gottes über dem Wasser“), die Absage an das Böse, das Glaubensbekenntnis und die Salbung mit Chrisam - ein Ritus, der bei Erwachsenentaufen entfällt, wenn während derselben Feier die Firmung gespendet wird. Die Überreichung des weißen Kleides symbolisiert die unschuldige Reinheit des in der Taufe von allen Sünden Befreiten. Die Taufkerze verweist auf das Gleichnis der klugen Jungfrauen, die dem Herrn mit einer Lampe entgegengehen. Bei der Taufe wird der Effata-Ritus vollzogen und für den Täufling gebetet.

Mittwoch, 12.04.2017