Valentinstag: Vergeben und Versöhnen

von Stefan Klinkhammer

Mittwoch, 14.02.2018

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Bild: Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, Montage: KIP-NRW

Heute ist Valentinstag – der Tag für alle Verliebten. Auch wenn erst alles rosarot ist – irgendwann ziehen bei allen Paaren auch mal dunkle Wolken auf. Ddoch wie kommt man da wieder raus? Bischof Peter Kohlgraf hat darüber jetzt ein Buch geschrieben. …

INFO: Valentin von Terni, geboren im 3. Jahrhundert, war Bischof von Terni in Umbrien/Mittelitalien und hat der Überlieferung nach um 268 das Martyrium erlitten. Legenden erzählen, dass er als Bischof auf die Straßen ging, um das Evangelium zu verkünden und die Menschen in ihrem Glauben zu unterstützen. Menschen, die vorbeikamen, habe er bunte Blumensträuße aus seinem Klostergarten geschenkt. Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. soll er Liebespaare christlich getraut und in Partnerschaftskrisen geholfen haben. Männern empfahl er, lieber bei ihren Frauen und Kindern zu bleiben, statt in den Krieg zu ziehen. Der verärgerte Kaiser habe Valentin darum töten lassen.
Valentin von Terni wurde schon früh verehrt, und es ist davon auszugehen, dass sein Kult bereits im 4. Jahrhundert Rom erreichte. Der Heilige ist im Laufe der Geschichte immer wieder mit anderen Trägern seines Namens verwechselt worden. An der Via Flamina in Rom gab es zwei Grabstätten, die je einem heiligen Valentin zugeordnet werden. Über einer dieser Grabstätten in der Nähe von Terni gab es im 8. Jahrhundert eine Valentinsbasilika, die vermutlich zu Ehren des heiligen Valentin von Terni gebaut wurde. Reliquien des Heiligen werden in Worms und in Kiedrich im Rheingau verehrt.
Weit verbreitet ist der Brauch, sich zum Valentinstag Blumen zu schenken, um sich die gegenseitige Liebe auszudrücken - Traditionen, die bereits im alten Rom bestanden: Am 14. Februar wurde so der Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, gedacht. Auch fanden in einer „Liebes-Lotterie” zum Fest des Hirtengottes Lupercus im Umkreis des 14. Februar junge Frauen und Männer durch Losentscheid zueinander. In Hansestädten gab es an diesem Tag ein Freundschaftsmahl verschiedener Zünfte, in England werden anonyme Liebesbriefe verschickt. In Frankreich, Belgien und später auch in Amerika entwickelte sich seit dem 14. Jahrhundert die Tradition, am 14. Februar junge Paare per Los als Valentin und Valentine füreinander zu bestimmen. In Deutschland kamen Valentinsgrüße erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch Einflüsse aus den USA in Mode. Namensbedeutung: Valentin ist eine Weiterbildung von 'Valens' und bedeutet der „Gesunde" oder „ Starke" (lateinisch).

Unser Gesprächspartner: Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, am 21. März 1967 in Köln geboren ging nach dem Abitur am Städtischen Dreikönigsgymnasium in Köln 1986 zum Theologiestudium an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, verbrachte sein Freisemester 1988/1989 in Salzburg und machte 1991 in Bonn sein Theologisches Diplom. Nach der pastoralen Ausbildung 1991-1993 im Erzbischöflichen Priesterseminar in Köln wurde er am 18. Juni 1993 durch Kardinal Joachim Meisner zum Priester geweiht und war bis 1996 Kaplan an Herz Jesu und St. Martin in Euskirchen. Während seiner Freistellung zur Promotion in Bonn wirkte er als Subsidiar im Seelsorgebereich Bad Honnef, war 1999-2003 Schulseelsorger und Religionslehrer am Erzbischöflichen Kardinal Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel und Stadtgruppenkaplan der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ). Nach der Promotion im Fach Alte Kirchengeschichte und Patrologie im Jahr 2000 Repetent (stellvertretender Direktor) am Erzbischöflichen Theologenkonvikt Collegium Albertinum in Bonn, 2009 Schulseelsorger und Religionslehrer am Erzbischöflichen Gymnasium und an der Höheren Handelsschule „Marienberg" in Neuss. Im Oktober 2010 habilitierte er sich in Münster/Westfalen bei Professor Dr. Udo Schmälzle („Glaube im Gespräch. Die Suche nach christlicher Identität und Relevanz in der alexandrinischen Vätertheologie. Ein Modell für praktisch-theologisches Bemühen heute?", erhielt die Venia Legendi für Pastoraltheologie und die Ernennung zum Privatdozenten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zum Wintersemester 2012/2013 wurde er auf die Professur für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule (KH) in Mainz berufen. Seitdem war er als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Wörrstadt im Dekanat Alzey/Gau-Bickelheim tätig, im WS 2016/2017 Dekan des Fachbereichs Praktische Theologie an der Katholischen Hochschule Mainz.
Bischof Peter Kohlgrafs bischöflicher Wahlspruch lautet „Appropinquavit regnum dei“ (Das Reich Gottes ist nahe gekommen). Sein Bischofsstab hat ebenso wie er selbst eine Kölner Vorgeschichte: Der von einem afrikanischen Künstler hergestellte Stab ist ein Geschenk des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki. Er zeigt in seiner Krümme eine Darstellung der Heiligen Drei Könige, die dem Stern von Bethlehem folgen. Die Krümme besteht aus eingeschmolzenem Altmetall. Mehr: https://www.bistummainz.de

Buchhinweis: Peter Kohlgraf, Vergeben und Versöhnen. Erfahrungen des Glaubens - Felder des Handelns, Verlag Matthias-Grünewald, 176 Seiten, 19 Euro, ISBN-10: 3786731330, ISBN-13: 978-3786731337. Grundlage für das Buch - ab morgen im Handel -, ist eine Studie, an der 1400 Menschen teilgenommen haben. Es ging um ihre Erfahrungen in Sachen Ehekrach und Vertragen.

Aschermittwoch: Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Zeit der Vorbereitung auf Ostern. Der variable Termin errechnet sich im christlichen Festkalender von Ostern her. Die 40 Tage der österlichen Fastenzeit (Quadragesima) gehen auf das Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4, 2) und weitere Termine aus dem Alten Testament zurück. Schon seit dem fünften Jahrhundert rückte während der Vorbereitungszeit auf Ostern das Fasten in den Mittelpunkt. Seit Ende des 11. Jahrhunderts werden die Katholiken in den Gottesdiensten an diesem Tag mit einem Aschenkreuz bezeichnet. Die aus gesegneten Palmzweigen gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße, steht aber zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung.
Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Das Kirchenrecht schreibt Abstinenz und Fasten vor. Strenge Fastentage sind Aschermittwoch und Karfreitag, das Abstinenzgebot verpflichtet vom 14. Lebensjahr an, das Fastengebot vom 22. bis zum 60. Lebensjahr. Doch meint die vorösterliche Fastenzeit nicht nur den Verzicht auf Genussmittel, sondern auch eine Unterbrechung von Gewohnheiten. Die religiös motivierte Fastenzeit ist nicht nur ein katholisches Phänomen. Der Islam kennt den Fastenmonat Ramadan, die Angehörigen der Ostkirchen befolgen vier Fastenzeiten im Kirchenjahr, die viel strenger gelebt werden als die Fastenzeit vor Ostern in der katholischen Kirche. Auch in der evangelischen Kirche gibt es zahlreiche Fastenaktionen.

Paderborn: Valentin – Ein Heiliger für Zärtlichkeit und Zweisamkeit
Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) lädt am 13. Februar zu Segnungsgottesdiensten für Paare: In Kooperation mit dem Mentorat und der Ehe-, Familien- und Lebensberatung Paderborn gibt es einen speziell auf Paare zugeschnittenen Abend: Beginn ist um 17 Uhr vor der Universitäts- und Marktkirche am Kamp mit einem Sektempfang und Live-Musik. Um 18 Uhr folgt ein Gottesdienst mit anschließendem Angebot zur Paar-Segnung. Danach gibt es ein buntes Programm mit Musik und der Chance, in einer Foto-Box ein Erinnerungsfoto zu machen. Studierendenpfarrer und Dompastor Dr. Nils Petrat ist sicher: „Welcher Tag würde sich da besser anbieten als der Gedenktag des Heiligen Valentin – des Heiligen der Zärtlichkeit und der geglückten Zweisamkeit.“
Der Abend spricht ganz bewusst nicht nur Paare an, die sich der Kirche nahe fühlen. Auch Paare, denen der Gottesdienst eher fremd ist, sind herzlich willkommen. Mit Foto-Shootings in einer Foto-Box, Live-Musik und vielen Möglichkeiten, sich aktiv mit der eigenen Partnerschaft auseinander zu setzen, bietet der Abend kirchenfernen und -nahen Paaren in allen Altersstufen viele Angebote und Gelegenheiten.

Fastenaktion zum Valentinstag im Erzbistum Köln
„Sieben Wochen miteinander“ – so heißt eine Aktion des Erzbistums Köln für Paare in der Fastenzeit, die am Aschermittwoch, und damit am Valentinstag, startet. Durch acht Briefe werden Paare eingeladen, miteinander über verschiedene Themen zu sprechen. Diese Briefe werden postalisch zugesendet, sind über WhatsApp erhältlich oder können von der Webseite „7Wochenmiteinander.de“ runtergeladen werden. Initiatoren der Aktion sind die Ehepastoral und die Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Köln. Über die Briefe hinaus gibt es Treffen mit anderen Paaren aus der jeweiligen Region, die von den Seelsorgebereichen im Erzbistum Köln angeboten werden. Hier gibt es die Möglichkeit, gemeinsam über die ab dem 14. Februar versandten Briefe zu sprechen und sich auszutauschen. Interessierte Paare können sich für die Zusendung der Briefe (Post oder WhatsApp) anmelden unter ehe-familie@erzbistum-koeln.de.

Regionale Treffen und Veranstaltungen:

  • BERGISCH GLADBACH: Mo., 12. März, 19–21:00 Uhr, Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Hauptstr.227, Bergisch-Gladbach; anmelden unter Tel. 02202-34918 oder Mail: becker@efl-bergisch-gladbach.de mit Erwin Becker, Ehe-, Familien- und Lebensberater (EFL Bergisch Gladbach)
  • BONN und SIEGBURG: Di., 20. Februar, Ehepastoral, Bahnhofstraße 27, 6. Etage, Siegburg, 20-21:30 Uhr; Di., 27. Februar, Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Gerhard-von-Are-Straße 8, Bonn, 20-21:30 Uhr; Di., 6. März, Ehepastoral, Bahnhofstraße 27, 6. Etage, Siegburg, 20-21:30 Uhr; Di., 13. März, Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Gerhard-von-Are-Straße 8, Bonn, 20-21:30 Uhr; Di., 20. März, Ehepastoral, Bahnhofstraße 27, 6. Etage, Siegburg, 20-21:30 Uhr; Di., 27. März, Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Gerhard-von-Are-Straße 8, Bonn, 20-21:30 Uhr. Anmeldung Siegburg: Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Siegburg, 02241-55101, info@efl-siegburg.de, Anmeldung Bonn: Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Bonn, 0228-630455, info@efl-bonn.de
  • DÜSSELDORF: Do., 15. Februar, 19:30-21:00 Uhr; Do., 1. März, 19:30-21:00 Uhr; Do., 22. März , 19:30-21:00 Uhr, Ort: Pfarrei St. Margareta, Aloysianum - Raum Gerricus, Gerricusplatz 26, 40625 Düsseldorf
  • GUMMERSBACH: Mo., 5. März, 19:00 – 21:00 Uhr, Kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Hömerichstr. 7, Gummersbach. Bitte anmelden unter Tel. 02261 – 27724
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