Aschermittwoch / Valentinstag

von Christof Beckmann

Mittwoch, 14.02.2024

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Asche & Rosen. Collage: KIP

Wie geht das denn jetzt: Aschermittwoch und Valentinstag auf einem Tag? Naja, es wird schon gehen. Blümchen und Aschenkreuze – Wachsen und Vergehen haben eh ihren inneren Zusammenhang …

INFO: Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit der Vorbereitung auf Ostern. Der variable Termin errechnet sich im christlichen Festkalender von Ostern her. Die 40 Tage der österlichen Fastenzeit (Quadragesima) gehen auf das Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4, 2) und weitere Termine aus dem Alten Testament zurück. Schon seit dem fünften Jahrhundert rückte während der Vorbereitungszeit auf Ostern das Fasten in den Mittelpunkt. Seit Ende des 11. Jahrhunderts werden die Katholiken in den Gottesdiensten an diesem Tag mit einem Aschenkreuz bezeichnet. Die aus gesegneten Palmzweigen gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße, steht aber zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung.

Das Kirchenrecht schreibt Abstinenz und Fasten vor. Strenge Fastentage sind Aschermittwoch und Karfreitag, das Abstinenzgebot verpflichtet vom 14. Lebensjahr an, das Fastengebot vom 22. bis zum 60. Lebensjahr. Doch meint die vorösterliche Fastenzeit nicht nur den Verzicht auf Genussmittel, sondern auch eine Unterbrechung von Gewohnheiten. Die religiös motivierte Fastenzeit ist nicht nur ein katholisches Phänomen. Der Islam kennt den Fastenmonat Ramadan, die Angehörigen der Ostkirchen befolgen vier Fastenzeiten im Kirchenjahr, die viel strenger gelebt werden als die Fastenzeit vor Ostern in der katholischen Kirche. Auch in der evangelischen Kirche gibt es zahlreiche Fastenaktionen.

Valentinstag: Weit verbreitet ist der Brauch, sich zum Valentinstag Blumen zu schenken, um sich die gegenseitige Liebe auszudrücken – eine Tradition, die bereits im alten Rom bestand: Am 14. Februar wurde so der Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, gedacht. Auch fanden zum Fest des Hirtengottes Lupercus junge Frauen und Männer in einer „Liebes-Lotterie” durch Losentscheid zueinander. In Hansestädten des Mittelalters gab es an diesem Tag ein Freundschaftsmahl verschiedener Zünfte, in England werden anonyme Liebesbriefe verschickt. In Frankreich, Belgien und später auch in Amerika entwickelte sich seit dem 14. Jahrhundert die Tradition, am 14. Februar junge Paare per Los als „Valentin und Valentine“ füreinander zu bestimmen. In Deutschland kamen Valentinsgrüße erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch Einflüsse aus den USA in Mode. Namensbedeutung: Valentin ist eine Weiterbildung von 'Valens' und bedeutet der „Gesunde" oder „Starke" (lateinisch).

Wenn nun viele Kirchen in NRW rund um das Fest des Hl. Valentin zu Segensgottesdiensten für Liebende einladen, bezieht sich das auf Valentin von Terni, der als Bischof von Terni in Umbrien/Mittelitalien der Überlieferung nach um 268 das Martyrium erlitt. Legenden erzählen, dass er als Bischof auf die Straßen ging, um das Evangelium zu verkünden und die Menschen in ihrem Glauben zu unterstützen. Menschen, die vorbeikamen, habe er bunte Blumensträuße aus seinem Klostergarten geschenkt. Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. soll er Liebespaare christlich getraut und in Partnerschaftskrisen geholfen haben. Männern empfahl er, lieber bei ihren Frauen und Kindern zu bleiben, statt in den Krieg zu ziehen. Der verärgerte Kaiser habe Valentin darum töten lassen. Valentin von Terni wurde schon früh verehrt, und es ist davon auszugehen, dass sein Kult bereits im 4. Jahrhundert Rom erreichte.

Der Heilige wurde im Laufe der Geschichte immer wieder mit anderen Trägern seines Namens verwechselt: An der Via Flamina in Rom gab es zwei Grabstätten, die je einem heiligen Valentin zugeordnet werden. Über einer dieser Grabstätten in der Nähe von Terni gab es im 8. Jahrhundert eine Valentinsbasilika, die vermutlich zu Ehren des heiligen Valentin von Terni gebaut wurde. Reliquien des Heiligen werden in Worms und in Kiedrich im Rheingau verehrt. Da sich um sein Leben allerdings mehr Fragen und Spekulationen als gesicherte Antworten ranken, wurde er 1969 als „unhistorischer“ Heiliger aus dem offiziellen Heiligenkalender entfernt. Dass der Valentinstag der Tag der Verliebten ist, könnte aber auch daher stammen, dass die Kirche in frühen Zeiten am 14. Februar das Fest der Darstellung Jesu im Tempel beging und dabei oft das biblische Bild des himmlischen Bräutigams benutzte. Vom himmlischen Bräutigam blieb später nur der Bräutigam übrig - und aus dem kirchlichen wurde ein weltlicher Festtag.

Papstappell zur Fastenzeit: Papst Franziskus ruft die Menschen in der bevorstehenden Fastenzeit zur Freiheit und zum Handeln für eine bessere Welt auf. Auch heute stehe der Mensch unter der Herrschaft des Pharao, schreibt der Papst in seiner am 1. Februar 2024 veröffentlichten Fastenbotschaft. Er bezieht sich dabei auf die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei, wie sie im Alten Testament beschrieben wird. Papst Franziskus schlägt den Bogen in die heutige Zeit und schreibt: „Es handelt sich um eine Herrschaft, die uns erschöpft und gefühllos werden lässt. Es handelt sich um ein Wachstumsmodell, das uns spaltet und uns die Zukunft raubt. Es verunreinigt die Erde, die Luft und das Wasser, aber auch die Seelen werden dadurch kontaminiert.“ Immer noch gebe es ein unerklärliches Heimweh nach der Sklaverei. „Es ist wie ein Angezogensein von der Sicherheit des bereits Gesehenen, zu Lasten der Freiheit.“

Heute bestehe ein Mangel an Hoffnung und ein Hemmnis der Träume, stellt Franziskus fest. Zwar sei ein wissenschaftlicher, technischer, kultureller und rechtlicher Stand erreicht, der allen Menschen ihre Würde garantieren könnte. Dennoch tappe die Menschheit weiter im Dunkel der Ungleichheiten und Konflikte.

Der Papst ruft schließlich zum Handeln auf. Kleine und große Entscheidungen „gegen den Strom“ könnten den Alltag der Menschen und das Leben von Stadtteilen verändern, schreibt er. „Die Einkaufsgewohnheiten, die Sorge für die Schöpfung, die Einbeziehung derjenigen, die nicht gesehen oder verachtet werden“, nennt er beispielhaft. In der Fastenzeit heiße handeln aber auch innehalten. „Raus mit den Götzen, die uns beschweren, weg mit den Abhängigkeiten, die uns gefangen halten“, forderte Franziskus. „Dann wird das verkümmerte und vereinsamte Herz wiedererwachen.“ Im Wortlaut: Papst-Botschaft zur Fastenzeit

Mittwoch, 14.02.2024