Und plötzlich ist es zu spät – Lieber jetzt als irgendwann

von Alexandra Dietrich

Dienstag, 07.08.2018

Haende
Beziehungen kosten Zeit und geben viel

Meistens ist der Tag schon ab morgens um sechs Uhr durchgetaktet – Erst der Job, dann das Fitnesstraining und am Abend noch die Wohnung in Ordnung bringen. Feierabend. Da fallen Beziehungen zu anderen Menschen manchmal hinten runter

Alexandra Dietrich kennt das gut:

Die Oma meiner Freundin ist gestorben. Eigentlich wollte Sandra am Mittwoch noch bei ihr im Krankenhaus vorbei, doch es kam ihr was dazwischen. Deshalb wollte sie dann den Freitag hin, aber da war es schon zu spät. Sandras Oma ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gestorben. Sie konnten sich nicht mehr voneinander verabschieden, weil ihr etwas dazwischenkam.

Da musste ich wieder an meine Oma denken und wie selten ich sie besuche. Dabei ist sie so oft alleine, schon über 80 und auch bei ihr könnte es jeden Tag - zu spät - sein. Oder kann es eigentlich bei allen jeden Tag zu spät sein?
Ich denke an meine Eltern, meine Familie, meine Freundinnen, mit denen ich mich schon längst wieder treffen wollte und mein Patenkind, das ich mal wieder vergessen habe anzurufen. Der Alltag ist so schnelllebig geworden. Wir arbeiten gefühlt länger, entspannen weniger, haben immer was "ach so Wichtiges" zu tun und beschränken uns auf "Na, wie gehts dir" und "wir müssen uns unbedingt nochmal treffen...irgendwann", (wenn wir jemandem begegnen).

Wir sind den ganzen Tag damit beschäftigt, den Tag selbst zu meistern und vergessen dabei die wichtigen Dinge im Leben. Zeit mit Menschen zu verbringen die uns wichtig sind, ihnen zuzuhören und zu zeigen, dass wir sie liebhaben.

Besser jetzt als irgendwann.

Dienstag, 07.08.2018