Wenn man nicht alles selbst macht – Über die Geduld

von Alexandra Dietrich

Mittwoch, 08.08.2018

Fenster
Eine kleine Unebenheit am Fenster und schon ist es vorbei mit der Geduld

Manchmal ist es besser, abzuwarten anstatt selbst tätig zu werden – Das merkt man zum Beispiel bei handwerklichen Arbeiten in den eigenen vier Wänden. Alexandra Dietrich hat solch eine Erfahrung gemacht

Wir haben letzte Woche neue Fenster bekommen. Die gefallen uns wirklich gut. Innen weiß und außen dunkel, genauso wie wir das wollten. Die Handwerker haben einen richtig guten Job gemacht und sie fachgerecht eingebaut. Sieht wirklich super aus.

Nur bei der Silikonfuge in der Ecke zwischen Fenster und Hauswand war noch so eine kleine Nase zu sehen. Diese kleine "Nase" hat mich irgendwie gestört. Naja, was soll ich sagen, jetzt haben wir nicht mehr nur eine kleine Nase an der Fuge, sondern eine ziemlich große, nennen wir es mal, Unebenheit im Silikon. Dabei wollte ich doch nur kurz fühlen, ob dieser kleine Hubbel von Nase wirklich so schlimm war wie er aussah.
Ich hab mich dann tierisch über mich selbst geärgert. Hätte ich doch die Finger davon gelassen. Schließlich waren da Fachleute am Werk und die hätten es bestimmt besser korrigieren können.

Aber so geht es mir ganz oft! Am Liebsten habe ich alles unter Kontrolle und selbst in der Hand.

Dadurch mache ich mir das Leben aber meistens schwerer als es sein müsste. Das eine geht mir nicht schnell genug oder das Andere will ich anders haben und dann kommt mir die Idee es doch einfach "eben schnell" selbst zu machen, anstatt abzuwarten und geduldig zu sein. Die Sache mit dem Fenster hat mir nochmal neu gezeigt, dass "mal eben schnell" meistens doch nicht so schnell ist und im Nachhinein noch mehr Geduld verlangt.

Deshalb möchte ich lernen geduldiger zu sein. Und die Unebenheit im Silikon an unseren neuen Fenstern erinnert mich daran.

Mittwoch, 08.08.2018