Bibelupdate: Salz der Erde

von Christof Beckmann

Donnerstag, 08.06.2017

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Bild: Buchcover / Bonifatius-Verlag

Gerade hat er ein Buch zur Rolle der katholischen Verbände in Gesellschaft und Kirche herausgebracht: Für Heinrich Wullhorst ist es vor allem ein Bibelwort, das ihn besonders bewegt. Die Rede vom „Salz der Erde“ ist in seinen Augen eine Ansage ....

INFO: Heinrich Wullhorst, Journalist und Kommunikationsberater, bis Mitte 2014 Pressesprecher des Kolpingwerkes Deutschland, engagiert sich seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich in katholischen Verbänden und beobachtet die Veränderungen im katholischen Milieu. In seinem Buch „Leuchtturm oder Kerzenstummel“ (Paderborner Bonifatiusverlag) geht er der Frage nach, was von der früheren Strahlkraft der Katholischen Verbände in Kirche und Gesellschaft geblieben ist. Dazu geht er ihren Gründungscharismen nach und sieht Gesellschaft und Kirche in einer ähnlichen Umbruchzeit wie in der Gründungsphase der Katholischen Verbände in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zumeist waren sie geprägt von der Aufbruchsstimmung nach der Revolution von 1848 und dem Geist der Frankfurter Paulskirchen-Versammlung, in der es um die Etablierung von Glaubens- und Gewissensfreiheit in Deutschland ging, aber auch um das Recht auf freie Meinungsäußerung oder die Möglichkeit, sich in Vereinen zu organisieren.

Wenn sie auch heute wichtige Leuchttürme bleiben wollten, dürften sie nicht da stehen bleiben, wo sie sind, so Wullhorst. Statt sich abzuschotten, müssten Verbände „sich nach draußen bewegen und in das Leben einmischen", fordert er. Wichtig sei, dass man vor Ort innovationsfähig und -willig sei. Die Kirche müsse „die Pluralität der Gesellschaft widerspiegeln, dazu sind Verbände unverzichtbar." Sie müssten sich sogar als neue kirchliche Orte verstehen, die von den Kirchen als Brücken in die Gesellschaft genutzt werden. Dazu sei neben dem Nachdenken über die Effizienz der Strukturen vielleicht nötig darüber nachzudenken, mit Menschen anderer Religionen oder Konfessionen gemeinsam tätig zu werden. „Verbände sind Heimat und geben Raum für ehrenamtliches Engagement", doch müssten sie wieder ein stärkeres Profil gewinnen: „Früher hatten die Verbände klare Aufgaben und waren in ihrer Ausrichtung erkennbar. Das müssen sie neu oder zurückgewinnen."

In dem rund 180 Seiten starken Werk lässt Heinrich Wullhorst dazu Experten aus Kirche, Politik und Verbänden zu Wort kommen. Zu ihnen gehören der Osnabrücker Bischof Bode, der Seelsorgeamtsleiter im Bistum Hildesheim, Christian Hennecke oder der Pastoraltheologe Hans Hobelsberger, Rektor der Katholischen Fachhochschule NRW. Ergänzt wird der Blick durch Stimmen aus dem Zentralkomitee der Katholiken, sowie Einschätzungen von Medienvertretern und Politikern wie zum Beispiel Karl-Josef Laumann oder Karl Schiewerling.

Info zum Buch: Heinrich Wullhorst, Leuchtturm oder Kerzenstummel? Die katholischen Verbände in Deutschland, Mai 2017 im Bonifatiusverlag, ca. 180 Seiten durchgehend illustriert, ca. 14,90 Euro, ISBN 978-3-89710-713-7

AGKOD: In der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands (AGKOD) sind rund 125 katholische Verbände, Geistliche Gemeinschaften und Bewegungen, Säkularinstitute sowie Aktionen, Sachverbände, Berufsverbände und Initiativen zusammengeschlossen, die mit rund 6 Millionen Mitgliedern auf überdiözesaner Ebene tätig sind. Die Delegierten der in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Organisationen wählen 97 Persönlichkeiten in die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Sie bilden zusammen mit den 84 Vertretern der Diözesanräte und 45 Einzelpersönlichkeiten die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Zwischen den alle zwei Jahre tagenden Delegiertenversammlungen nimmt ein 11 köpfiger Vorstand die Aufgaben der AGKOD wahr. Mehr: http://www.zdk.de/organisation/agkod/agkod/

Donnerstag, 08.06.2017