Tränentage – Wenn mal Nichts mehr geht

von Sandra Sternke-Menne

Dienstag, 14.11.2017

Stift und Zettel
Tränen sind kein Zeichen von Schwäche

Das Herbstwetter hat auch seinen Anteil daran, dass die Stimmung schnell mal in den Keller geht. Und wenn es dann auch noch große und kleine Unglücke hagelt, dann wird’s richtig bitter

Pfarrerin Sandra Sternke-Menne aus Dortmund hat eine Idee, wie man mit den unschönen Tagen des Lebens umgehen kann:

Ich liebe das Leben – aber es gibt Tage, da möchte ich am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und gar nicht aufstehen. Tage, an denen ich traurig bin –  . Wenn mich irgendetwas beschäftigt. Ein Problem. Ein Konflikt. Eine Herausforderung.

Ich nenne sie Tränentage.

Denn dann weine ich manchmal. Und finde das gar nicht schlimm.

Für Tränen brauche ich mich nicht zu schämen, sie sind ein Ausdruck für Gefühle und zeigen eine tiefe Lebendigkeit. Auch wenn andere Menschen weinen, brauche ich nicht zu erschrecken, denn dass sie in meiner Gegenwart Gefühle zeigen, weinen, kann auch ein Ausdruck von unmittelbarem Vertrauen mir gegenüber sein,  in diesem Moment so sein zu dürfen wie sie sind.

Tränen dürfen sein – es gibt einen Platz dafür und bestenfalls eine Schulter zum Anlehnen und Ankuscheln.

Tränen sind kostbar.

„Sammle meine Tränen in einem Krug. Ich habe erkannt. Mir steht Gott zur Seite. Ich vertraue auf Gott, ich fürchte mich nicht.“

Das steht in der Bibel. Und es tröstet mich. Ich weiß zwar nicht, was Gott mit den vielen, vielen Tränen macht, aber ich glaube, dass er sich für mein Leben interessiert.

Mir macht das Mut mich, auch Tränentagen in meinem Leben durchzustehen.

Dienstag, 14.11.2017