Im Auge des Taifuns

von Christoph Wand

Mittwoch, 07.05.2014

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Dulce Rose freut sich über die Hilfe nach dem Taifun.

 Im Auge, im Zentrum eines Wirbelsturms ist es am ruhigsten. Dulce Rose ist evangelische Bischöfin auf den Philippinen. Sie erzählt vom letzten Taifun und wie die Kirche sozusagen zum Auge des Taifuns wurde. Denn sie brachte Ruhe in das Chaos.

Sechs Monate ist der Taifun auf den Philippinen her, und nach und nach bauen die Menschen ihr Land wieder auf. Große Unterstützung leistet dabei die Vereinigte Kirche Christi in den Philippinen (UCCP), eine Mitgliedskirche der Vereinten Evangelischen Mission (VEM).

Dulce Rose ist Bischöfin einer evangelischen Kirche in Tacloban, einer Großstadt, die fast vollständig zerstört wurde. Vor kurzem besuchte sie Deutschland und erzählte, was sie erlebt hatte und wie die Hilfe weitergeht:

In der ersten Woche nach dem Taifun Chaos, Chaos im Leben der Menschen. In all dem Chaos war die Kirche ein Rettungsanker. Bereits wenige Tage nach dem Taifun begannen Freiwillige in den Kirchen, Lebensmittel, Wasser, Medikamente zu verteilen. Die Welle der Solidarität in den Philippinen war groß und auch in Deutschland haben tausende gespendet. Mit Hilfe der Spenden kauft die Kirche jetzt zum Beispiel Boote für die Fischer oder Saatgut und Tiere für die Bauern, damit sie neu anfangen können.

Einen Neuanfang brauchen viele Menschen auch seelisch, denn der Taifun hat Spuren hinterlassen. Deshalb gibt es spezielle Programme zur Stress- und Traumabewältigung. Und die Mitarbeitenden der Kirche schulen auch die Menschen, wie man sich in Notsituationen möglichst schnell in Sicherheit bringt. Denn eines ist sicher in den Philippinen: Es war nicht der letzte Taifun. 

Mittwoch, 07.05.2014