Kirche auf dem Weg zum Strand

von Reinhard Ellsel

Dienstag, 12.07.2016

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Im Urlaub zu sich und anderen finden.

Endlich sind Sommerferien! Viele haben jetzt Urlaub und können endlich ihre Seele baumeln lassen! Manche verreisen. Gerade am Urlaubsort ergeben sich besondere Chancen, dem Leben neu auf die Spur zu kommen.

An vielen Urlaubsorten – im In- und Ausland - gibt es ein spezielles Programm für Urlauber. Warum das sinnvoll ist, beschreibt Bischof i.R. Wolfgang Huber so:

"Raus aus der Alltagsmühle, am Strand liegen, im Café sitzen oder Fahrradtouren machen. Urlaub ist das große Gegenbild zum Alltag. Nicht alle können ihren Urlaubstraum verwirklichen, manche kehren auch enttäuscht zurück. Und doch ist es jedes Mal wieder so: Mit dem Urlaub verbindet sich die Sehnsucht, man selbst zu sein, weit weg von Pflichten und Terminen. Es ist gut, frei zu sein, Neues zu erleben, einfach offen zu sein.
Diese Offenheit zeigt sich auch darin, dass wir im Urlaub Fragen zulassen, die wir sonst verdrängen. Was gelingt in meinem Leben und was bleibt auf der Strecke? Dankbarkeit kann wieder Platz finden für das Glück meines Lebens. Ich räume ein, wo ich schuldig geworden bin. Glaubenserfahrungen brechen sich Bahn. Unwillkürlich suchen wir Kirchen auf, Orte, an denen Gottes Heiligkeit erfahren werden kann. Auch wer lange nicht mehr gebetet hat, wagt ein stilles Gebet.

Pfarrer berichten es aus vielen Orten: Urlauber sind besonders aufgeschlossene Gottesdienstbesucher. Gern bleiben sie nach dem Gottesdienst noch zu einem Gespräch. Oder sie verabreden einen Termin; denn sie brauchen Seelsorge. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat mehr als 180 Pfarrerinnen und Pfarrer als Tourismusseelsorger für einige Zeit an die Ferienorte an Nordsee, Mittelmeer oder in den Alpen entsandt. Sie halten Andachten und Gottesdienste, sie trauen Paare oder stehen Menschen in plötzlichem Schmerz bei. Sie hören geduldig zu und werden so zu wichtigen Gesprächspartnern.
Dienstag, 12.07.2016