Ausstellung: Der Dom als Glaubensbekenntnis
Donnerstag, 14.08.2025

Nizäa-Ikone (Ausschnitt), Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland
Zum 1700-jährigen Jubiläum des Konzils von Nicäa zeigt die diesjährige Sommerausstellung von Dombauhütte und Domforum Ausstattungsstücke des Domes als Bekenntnisse für den Glauben. Die Schau ist bis zum 31.08 zu sehen …
INFO: Anlässlich des 1700-jährigen Jubiläums des Konzils von Nicäa thematisiert die diesjährige Sommerausstellung von Dombauhütte und DOMFORUM in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Köln und der Melanchthon-Akademie exemplarisch Ausstattungsstücke des Domes als Bekenntnis des Glaubens. Diese werden auf dem Hintergrund der jeweiligen geistes- und kulturgeschichtlichen sowie der kirchen- und theologiegeschichtlichen Entwicklungen ihrer Zeit befragt. Ort: Domforum, Domkloster 3 / Domplatte, 50667 Köln; Öffnungszeiten / Besuchszeiten: Montag – Samstag 09:30 - 17:00 Uhr, Sonn- und kirchliche Feiertage 13:00 - 17:00 Uhr
Unsere Gesprächspartner: Rainer Tüschenbönner, seit Februar 2011 Leiter des Domforums, Domkloster 3, 50667 Köln, Tel. 0221/92 58 47-20, FAX 0221/92 58 47-31, Internet: https://www.facebook.com/domforum.koeln; Monsignore Robert Kleine, Kölner Stadt- und Domdechant, 1967 in Neuss geboren, seit 1993 Priester, Kaplanzeit in Bad Honnef, 1997-2004 Domvikar und Schulseelsorger an der Domsingschule. 2004 zum Leiter der Abteilung Erwachsenenseelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat ernannt, Diözesanfrauen- und Diözesanmännerseelsorger sowie Präses des Diözesanverbandes der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Seit 2006 Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat, 2012 Vorsitzender des Bildungswerks der Erzdiözese Köln und Domdechant, seit dem 1. September 2012 Kölner Stadtdechant und Vorsitzender des Caritasrates. Kontakt: Domkloster 3, 50667 Köln, Tel. 0221 / 92 58 47-70, Fax 0221 / 92 58 47-71, E-Mail: presse@katholisches.koeln, Mo- Fr 9.30 - 13.30 Uhr.
Konzil von Nicäa: Es gilt als Meilenstein der Kirchengeschichte: Im Jahr 325 versammelten sich auf Einladung von Kaiser Konstantin 318 Bischöfe, überwiegend aus dem griechisch-sprachigen Osten des Reiches zum ersten Ökumenischen Konzil im kleinen Ort Nicäa, heute Iznik in der türkischen Provinz Bursa. Hauptgegenstand der Beratungen war damals die nach dem Priester Arius aus Alexandria benannte Arianische Lehre, nach der Jesus Christus, der Sohn Gottes, nicht wesensgleich mit Gott, sondern ein geschaffenes Wesen, „ähnlich dem Vater“ sei, also nicht ewig und allmächtig wie Gott selbst. Der Streit um die Göttlichkeit Jesu gefährdete auch den inneren Frieden und die politische Stabilität des Reiches.
Zum Verhältnis von Jesus Christus zu Gott-Vater erklärte das Konzil von Nicäa, dass es keine Hierarchie mit Gott an der Spitze und einem nachgeordneten Jesus gibt. Vielmehr seien Gott, Jesus und der Heilige Geist eine umfassende Einheit – eine Trinität. Jesus sei damit „wahrer Mensch und wahrer Gott“ und „eines Wesens mit dem Vater“: Die Arianische Lehre wurde als ketzerisch abgelehnt. Die Bischöfe fassten ihren Beschluss in das erste gemeinsame Glaubensbekenntnis - auch Nicaeno-Konstantinopolitanum oder Nizäno-Konstantinopolitanum oder Großes Glaubensbekenntnis genannt - das bis heute gültig ist. Es ist das im weitesten Sinne ökumenische Bekenntnis, da es alle christlichen Konfessionen verbindet und wird von Orthodoxen wie von Katholiken und Protestanten als gültig anerkannt. Da die Auseinandersetzungen nach dem Konzil seinerzeit anhielten, wurde zur Klärung ein weiteres Konzil von Konstantinopel (381 n. Chr.) einberufen.
Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Konzils von Nizäa ist die seitdem einheitliche Berechnung des Termins für das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond. Während katholische und evangelische Kirche für die Berechnung den seit 1582 gültigen Gregorianischen Kalender nutzen, ist bei den orthodoxen Kirchen noch der alte Julianische Kalender in Gebrauch, der um mehrere Tage abweicht. Darum stimmt der Ostertermin in den orthodoxen Kirchen oft nicht mit dem in den westlichen Kirchen überein. Mehr: https://antike-christentum.de/bekenntnisse
Buchtipp: Uta Heil und Jan-Heiner Tück (Herausgeber), Nizäa – Das erste Konzil, gebundene Ausgabe, 464 Seiten, Herder-Verlag Mai 2025, 40,50 Euro.
Neues Vatikandokument zum Konzil von Nizäa 325: Papst Franziskus beauftragte die dem Glaubensdikasterium unterstellte Internationale Theologische Kommission bereits 2023 zur Abfassung eines neuen Dokuments, das vom Vatikan Anfang April 2025 zum 1700. Jahrestag des Konzils von Nizäa veröffentlicht wurde. Es heißt „Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser” und unterstreicht den heutigen Wert des im Jahr 325 formulierten Glaubensbekenntnisses für Gegenwart und Zukunft des Christentums. Das rund 70 Seiten lange Papier, das die Internationale Theologische Kommission erarbeitet hat, will den Glauben an Jesus Christus und damit die „grundlegende Aufgabe der Kirche“ neu ins Zentrum rücken, hieß es mit einem Zitat von Papst Franziskus. Verstanden werden soll das Dokument als „zeitgemäße Synthese“, die zur Vertiefung des Glaubenslebens beitragen soll – in Liturgie, Bildung und gesellschaftlichem Engagement. Es biete „Anregung und Orientierung für das kulturelle und soziale Engagement der Christen an diesem herausfordernden epochalen Wendepunkt“. Der Blick auf Jesus Christus, den eingeborenen Sohn des Vaters, solle die Gläubigen dazu befähigen, die Geschichte im Licht der göttlichen Liebe zu gestalten: „Gemeinsam glauben wir an den dreieinigen Gott, an Christus, der wahrer Mensch und wahrer Gott ist, an das Heil in Jesus Christus, gemäß der Schrift, die in der Kirche und unter der Führung des Heiligen Geistes gelesen wird. Gemeinsam bekennen wir uns zur Kirche, zur Taufe, zur Auferstehung der Toten und zum ewigen Leben.“
Kölner Dom: Bereits an der Nordostecke der römischen Legionsstadt Colonia Agrippina gab es eine Vielzahl an Tempeln, Heiligtümern, Weihe- und Kultstätten. Um 300 n.Chr. baute dort der Kölner Bischof Maternus die erste christliche Kirchenanlage. Als sein späterer Nachfolger Rainald von Dassel 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln brachte, entwickelte sich die Stadt e zu einem der großen abendländischen Wallfahrtsorte. Erzbischof Konrad von Hochstaden legte am 15. August 1248 den Grundstein der für die Reliquien gebauten Kathedrale und „Hohen Domkirche Sankt Peter und Sancta Maria“ – sie sollte das größte Bauwerk nördlich der Alpen werden. Gebaut wurde bis 1560, als der Bau aus Mangel an Kapital und Interesse der Bürger beendet wurde. Mit neuer Begeisterung nahm man 1842 den Bau wieder auf. 1863 war das Innere fertiggestellt, mit den beiden 1880 vollendeten Türmen war der Dom das höchste Bauwerk der Erde.
Der Domschatz in den unterirdischen Gewölberäumen des 13. Jahrhunderts an der Nordseite des Domes zeigt kostbare Reliquiare, liturgische Geräte und Gewänder, Insignien der Erzbischöfe und Domgeistlichen vom 4. bis zum 20. Jahrhundert, mittelalterliche Skulpturen und fränkische Grabfunde. Die wechselvolle Geschichte der Kölner Kathedrale präsentiert sich in dieser einzigartigen Kombination von historischen Gewölberäumen mit Resten der römischen Stadtmauer, Säulen vom Vorgängerbau des Domes, moderner Architektur und der neuartigen Präsentation des Domschatzes. Die größte Kirche Deutschlands ist mit ihren 157,38 Metern Höhe nach der Moschee von Casablanca in Marokko mit 172 Metern und dem Ulmer Münster mit 162 Metern das dritthöchste Gotteshaus der Welt. Links: www.koelnerdom.de, www.dombau-koeln.de.
Damit ist der Kölner Dom nicht nur ein imposantes Bauwerk, sondern steckt auch voller spannender Geschichten. Der begehbare Südturm des Kölner Doms ist 157,22 Meter hoch, der Nordturm mit 157,18 Metern nur etwas kleiner. Wer aber vom separaten Zugangsbauwerk an der Seite des Doms zu Fuß nach oben will, braucht gut 5 bis 7 Minuten. Nicht so trainierte Zeitgenossen allerdings sind inklusive Pause in der Glockenstube auf ungefähr 53 Metern bestimmt dreimal länger unterwegs. Zunächst führt eine Wendeltreppe bis auf knapp 75 Meter hinauf, die letzten Höhenmeter bis zur Aussichtsplattform bewältigt man über eine Metalltreppe. 97 Meter geht es insgesamt Richtung Himmel, 533 Stufen sind zu steigen. Wer im Rechts-Links-Verkehr von oben entgegenkommt, macht den Gang schon mal eng. Doch oben wird man mit einem Panorama-Blick über die Innenstadt Kölns, den Rhein und bis zum Siebengebirge belohnt. Das DOMFORUM bietet für Besucher, die das Glockenläuten erleben wollen, spezielle Glockenführungen an. Dazu wird den Besuchern ein professioneller Hörschutz zur Verfügung gestellt. Aufgrund von Bauarbeiten ist der Glockenstuhl derzeit zeitweise gesperrt. Öffnungszeiten: März - Oktober 09:00 - 18:00 Uhr, November – Februar 09:00 - 16:00 Uhr, der letzte Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Schließung der Turmbesteigung möglich. Eine Reservierung ist für die Turmbesteigung nicht nötig.
Führung durch das Dach: Auch der Gang durch das Dach bietet erstaunliche Perspektiven. Denn die Konstruktion stammt nicht aus dem Mittelalter, sondern aus der Zeit der industriellen Revolution. Die filigrane Eisenkonstruktion ist älter als der Eiffelturm und hat unbestreitbare Vorteile: Sie dient vor allem dem Feuerschutz – ein wichtiges Thema mit Blick auf den Brand der Kathedrale in Paris. Zu erkunden gibt es hoch über der Stadt auch unbekannte Turmräume mit Depots und Werkstätten der Dombauhütte. Zuletzt belohnt eine der spektakulärsten Aussichten, die Köln zu bieten hat. Nur geeignet für höhenfeste und schwindelfreie Personen. Grundsätzlich sind etwa 240 Stufen zu überwinden. Infos zur Führung: Dauer: Circa 90 Minuten, Öffentliche Führung: 22,50 € pro Person. Tickets für öffentliche Führungen sind sowohl online, als auch im DOMFORUM (zu den Öffnungszeiten) für den Rest des Monats und die nächsten beiden Monate erhältlich. Max. 4 Tickets pro Buchung. Teilnahme erst ab 16 Jahren, keine Ausnahmen möglich. Gruppenführungen sind immer für den laufenden und die nächsten drei vollen Monate buchbar, spätestens aber bis 14 Tage vor dem Termin. Gruppenpreis: 270 € für maximal 12 Erwachsene, die maximale Gruppengröße beträgt 12 Personen. Bei einer höheren Anzahl an Teilnehmern buche man eine zweite Führung. Hier Führung buchen: https://www.domfuehrungen-koeln.de/sonderfuehrungen/dach.
Buch-Tipp: Klaus Hardering: Jenseits der Gewölbe - Ein Führer über die Dächer des Kölner Domes, Verlag Kölner Dom, ISBN: 978-3-922442-36-3, 15 Euro (direkt zum Shop: https://koelner-domverlag.de/shop/produkt/jenseits-der-gewoelbe/)