Himmelfahrt: Lasst Blumen sprechen

von Dr. Christof Beckmann

Freitag, 15.08.2025

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Maria / Motiv aus Kevelaer, Collage KIP

Wenn man von Extremtemperaturen oder anderen Kapriolen mal absieht, sind wir doch derzeit von der Natur verwöhnt, oder? Heute ist ja eh Feiertag und in vielen Kirchen duftet es wie in einer Apotheke.

INFO: Das Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August hat seinen Ursprung in der Ostkirche, wo es im Jahr 431 eingeführt wurde. Man beging Maria Assunta - von „assumptio“, „Himmelfahrt“ - im 6. Jahrhundert zunächst als Fest der „Dormitio“, der „Entschlafung“ Mariens, der oströmischen Kaiser Mauritius legte es zum Ende des 6. Jahrhunderts auf den jetzigen Tag. Im 7. Jahrhundert in Gallien als Fest „Aufnahme Mariens“ gefeiert, entwickelte es sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, wurde zunächst in Rom am 15. August und ab 813 auch im deutschen Sprachraum begangen. Dabei ist die Kräuter-Segnung seit dem 9. Jahrhundert ein fester Brauch in der katholischen Kirche.

In der römisch-katholischen Kirche ist das Hochfest Ausdruck der Glaubenslehre, dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen wurde. Das Konzil von Trient (1545-1563) machte dies zum festen Bestandteil der kirchlichen Lehre, Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma „von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel“. An Mariä Himmelfahrt beginnen in der katholischen Kirche die „Frauendreißiger“ - 30 Tage, in denen oft Marienprozessionen abgehalten wurden. Auch der Gedenktage Mariä Geburt am 8. September fällt in den Zeitraum dieser 30 Tage, die mit Mariä Namen am 12. September abgeschlossen werden. In Bayern und im Saarland ist heute Feiertag in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung, in Österreich, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien und teilweise auch in der Schweiz. In der evangelischen Kirche ist Mariä Himmelfahrt kein besonderer Festtag.

Kräuterweihe: In Zeiten besonderer Marienverehrung wurde allen Pflanzen, die gerade blühen, große Heilkraft zugeschrieben. Die Kräutersegnung zu Mariä Himmelfahrt nimmt Bezug auf eine Überlieferung, nach der die Jünger das Grab der Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Deshalb wird in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt die Weihe der Kräuter vorgenommen: Aus sieben verschiedenen Kräutern - die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens - werden Sträuße aus bis zu 77 verschiedenen Pflanzen gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht. Heute wird daraus oft auch der Appell abgeleitet, die Natur in ihrer Schönheit und Heilkraft wieder stärker zu achten.

Unsere Gesprächspartner: Antje Schilling, Germanistik M.A. sowie zweites Staatsexamen im Lehramt für die Fächer Philosophie und Deutsch, war bis 2023 als Lehrerin in Brandenburg tätig. Nach ihrer Rückkehr ins Rhein-Main-Gebiet hat sie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo sie als wissenschaftliche Hilfskraft arbeitet, ein Studium der Kunstgeschichte und Publizistik (im B.A.-Studiengang) aufgenommen; nebenberuflich ist sie im Dommuseum Mainz tätig. Pastoralreferent Dr. Bastian Rütten, Kath. Pfarr- und Wallfahrtsgemeinde St. Marien Kevelaer, Priesterhaus, Kapellenplatz 35 , 47623 Kevelaer, Tel. 02832 / 933 80, E-Mail: info@wallfahrt-kevelaer.de, Internet: https://www.wallfahrt-kevelaer.de/, Download Wallfahrt Kevelaer App.

Freitag, 15.08.2025