Feuer, Erde, Wasser

von Stefan Klinkhammer

Dienstag, 17.09.2019

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Bild: Hildegard von Bingen (1098-1179), Montage: KIP

Hildegard von Bingen: Heute auf dem Heiligenkalender. Charismatisch mischte sie die Welt auf und beschrieb die Schöpfungsordnung in nie gekannter Weise. "Wahre Schönheit kommt von innen" - sozusagen. Was ist davon geblieben, wenn man sieht, was läuft? ..

INFO: Hildegard von Bingen gehört zu den bedeutendsten Frauengestalten des deutschen Mittelalters. Sie war Prophetin, Mystikerin und Äbtissin der Klöster vom Rupertsberg bei Bingen und von Eibingen. Die Texte der Äbtissin, Seherin, Heilkundigen und Komponistin beschäftigen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Bis heute ist ihre Kräuter- und Heilkunde populär.

Geboren wurde sie 1098 in Bermersheim bei Alzey und starb am 17.9.1179 auf dem Rupertsberg bei Bingen. Mit acht Jahren kam sie in klösterlicher Erziehung in der Benediktinerabtei Disibodenberg an der Nahe. 1147-1150 gründete sie ein eigenes Kloster auf dem Rupertsberg und rief um 1165 ein Tochterkloster in Eibingen bei Rüdesheim ins Leben. Zwischen 1151-1158 entstanden ihr Hauptwerk „Liber Scivias Domini“ (Wisse die Wege des Herrn), ihre naturheilkundlichen Schriften „Physica“ (Heilkraft der Natur) und „Causae et Curae“ (Ursache und Behandlung von Krankheiten). Die tatkräftige und energische Klosterfrau rief Klerus und Volk zur Buße auf, forderte strenge Sittenzucht und verkündigte schwere Gerichte, aber auch den Sieg und die Läuterung der Kirche, Missionspredigten führten sie 1158-1163 nach Frankreich, Lothringen und durch das Rheinland. 1163 schloss sie das „Liber Vitae Meritorum“ (Buch der Lebensverdienste) ab und begann ihr „Liber Divinorum Operum“ (Buch der göttlichen Werke), ihre letzte große Visionsschrift. Hildegard genoss hohes Ansehen und führte ausgedehnte Briefwechsel. Sie schrieb siebzig Lieder, Antiphonen und Hymnen als „Posaunenklang vom lebendigen Licht“. Vor allem in den USA hat ihre Musik viele begeisterte Bewunderer. Am 17. September 1179 starb Hildegard im Alter von 81 Jahren. Ihr 1233 eingeleiteter Heiligsprechungsprozess wurde nie zu Ende geführt. LINKS: www.abtei-st-hildegard.de; www.hildegard-gesellschaft.org; www.disibodenberg.de; www.hildegardvonbingen.info).

Unser Gesprächspartner: Pater Johannes Bahlmann OFM, geboren am 10. Dezember 1960 in Visbek im Bistum Münster, ist Franziskaner und römisch-katholischer Bischof von Óbidos im Bundesstaat Pará im Nordosten Brasiliens. Er plädierte jetzt bei einem Besuch in seiner Heimat für eine stärkere Bewusstseinsbildung für die Bedeutung und Zukunft des Regenwaldes am Amazonas. Die derzeitigen Waldbrände seien außer Kontrolle und „aus wirtschaftlichen und politischen Interessen“ teilweise absichtlich gelegt worden, hätten einen großen Schaden für Brasilien, für das Klima in der Region am Amazonas und in Südamerika, aber auch globale Auswirkungen. Bahlmann studierte nach der landwirtschaftlichen Ausbildung in Friesoythe und Visbek Agraringenieurwesen, arbeitete in den USA und schloss sich in Brasilien 1983 der Ordensgemeinschaft der Franziskaner an. Nach Studium der Theologie und Philosophie legte er 1991 die Profess ab und wurde 1997 zum Priester geweiht. Ab 2001 war er Leiter der Franziskanerprovinz der Unbefleckten Empfängnis in São Paulo sowie die Koordination der franziskanischen Sozialwerke SEFRAS in São Paulo, wurde 2009 von Papst Benedikt XVI. zum Prälaten von Óbidos ernannt und empfing die Bischofsweihe im St.-Paulus-Dom zu Münster. Seit Erhebung der Territorialprälatur zum Bistum am 9. November 2011 ist er dessen erster Diözesanbischof. Mehr zum Bistum: http://www.partnerschaft-obidos.bistum-wuerzburg.de/index.html

Dienstag, 17.09.2019