Geduld im Alltag – Warten als Chance

von Sandra Sternke-Menne

Dienstag, 15.01.2019

Beine
Warten kann viel Geduld erfordern

Es kommt ja immer auf den persönlichen Zeitplan an – manchmal ist es schon nervig, wenn man bei der Post nur zwei Minuten warten muss. Ganz zu schweigen von der ewig langen Schlange an der Kasse im Supermarkt

Für Sandra Sternke-Menne beinhaltet das unfreiwillige Warten aber auch eine große Chance:

Gerade wenn man es eilig hat, im Supermarkt, bei der Post, auf dem Amt oder an der Autowaschstraße heißt es oft: Schlange stehen. Geduld ist gefragt und ein prüfender Blick: Wo stehen viele an? Wo geht es wahrscheinlich am schnellsten? Bei aller Erfahrung und Abwägungen: Meistens steht man meist immer am falschen Ende.

Und wenn man sich dann für ein Ende entschieden hat, geschieht meist noch etwas Unverhofftes und der ganze Betrieb wird aufgehalten: Erst muss der Preis für die Ware nachgefragt werden, dann ist die Bonrolle alle und muss gewechselt werden.

Die Lektion, die sich daraus zeigt: Meistens kommt es anders als man denkt.

Wer Geduld hat ist klar im Vorteil. Wartende Zeit – vertane Zeit? Nein, ganz und gar nicht. Ich habe es schon erlebt - Gerade in diesem Warten gibt es viele wertvolle Momente: Das Wahrnehmen der anderen Wartenden, das kurze Gespräch mit ihnen oder mit der freundlichen Kassiererin.

Geduld und Warten hat seinen Wert. Schon Jesus stellte dieses fest und sagte:

„Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten.“

Das klingt erstmal nicht so zeitgemäß, aber: Vielleicht hat es auch etwas für sich, nicht immer an erster Stelle zu sein, sondern den Moment des Lebens an sich, der sich auch im Schlange stehen offenbart, wahrzunehmen.

 

Dienstag, 15.01.2019