Kürbis, Geister, Halloween

von Johanna Risse

Mittwoch, 30.10.2019

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Kürbiskuchen, Bild: www.thekitchenlioness.com

Überall kugeln sie herum: Kürbisse. Und das jährliche Halloween-Spektakel ist kaum zu übersehen. Was könnte man denn zum Tag mal kochen? Und was wird überhaupt gefeiert? Mehr mit unserer Küchenlöwin Andrea Mohr ...

INFO: Der Abend des 31. Oktober, Vorabend von Allerheiligen am 1. November, ist längst ein Tag für manche Halloween-Gruselparty geworden. Was den normalen Friedhofsgärtner oder Steinmetz ziemlich kalt lässt, denn für sie gehen die anstrengendsten Wochen des Jahres jetzt zu Ende: Am 1. und 2. November zieht es viele auf die Friedhöfe, frische Blumen und Kerzen sind auf den Gräbern - die Erinnerung an verstorbene Angehörige ist an diesen Tagen besonders deutlich.

Halloween: Das Fest der leuchtenden Kürbisköpfe, Gruselpartys und Geisterumzüge wird in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert und ist in den USA so beliebt wie etwa der Karneval im Rheinland. Die Ursprünge des Festes liegen aber in Europa: Anders als oft behauptet, nicht in keltischen Wurzeln und heidnischen Totenkulten, sondern in irischen und schottischen Bräuchen des 18. Jahrhunderts. Dort lud man am Vorabend von Allerheiligen („All Hallows' Eve“) zu Festessen ein und Kinder zogen von Haus zu Haus, um Spenden zu erbitten. Ausgewandete Iren, die Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Heimat wegen Hungersnöten verließen, machten das Fest in den USA populär. Dort entstand der Brauch, Kürbisse auszuhöhlen, ihnen eine gruselige Fratze zu verpassen, sie mit einer Kerze zu beleuchten und aufzustellen oder in Geisterzügen durch die Straßen zu gehen. Die Kirchen verweisen in diesen Tagen auf die christlichen Feste wie den Reformationstag (31. Oktober), Allerheiligen (1. November) oder Sankt Martin (11. November).

1. November: Die Ursprünge des Allerheiligenfestes (lat.: Omnium Sanctorum) finden sich in der jungen Kirche: Bereits im 4. Jahrhundert beging man innerhalb des Osterfestkreises ein Gedächtnis aller Märtyrer, der Blutzeugen für den Glauben. Papst Bonifatius IV. legte 610 anlässlich der Weihe des römischen Pantheons zur „Kirche der heiligen Jungfrau Maria und aller heiligen Märtyrer“ das Fest auf den 13. Mai. Gregor III. dehnte es auf die Feier aller Heiligen aus, und Gregor IV. ordnete es schließlich als „Fest aller Heiligen“ im Jahr 835 für die Gesamtkirche an. Seither wird es am 1. November gefeiert. An diesem Tag bekennt die Kirche, „dass es eine große Schar von Menschen gibt aus allen Zeiten und Völkern, deren Leben für immer und ewig geglückt ist“. Katholiken glauben, dass viele Verstorbene wie Heilige verehrt werden können. Von diesen Menschen wird angenommen, dass sie die höchste Vollendung ihres Lebens in Gemeinschaft mit Gott erreicht haben. Zu Heiligen mehr unter: www.heiligenlexikon.de. Auch unter http://namenstage.katholisch.de/namenstage.php bietet ein Kalender die Möglichkeit, mehr über Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern können auch nach einem Datum durchsucht werden.

2. November: Der Allerseelentag etablierte sich 998 vom französischen Benediktinerkloster Cluny aus, als Abt Odilo das festliche Gedächtnis aller Verstorbenen für den 2. November für alle ihm unterstellten Klöster anordnete. 1006 wurde dieser Gedenktag durch Papst Johannes XVIII. für die ganze Kirche verbindlich erklärt. Für die Verstorbenen wird in Messen und Andachten gebetet, die Gläubigen legen Fürbitte für die Toten ein und ziehen in Prozessionen zu den mit Blumen geschmückten Gräbern.

UNSER REZEPT: Kürbiskuchen zu Halloween

Zutaten

330g Dinkelmehl (Type 630) 1 EL Kürbispiegewürz *
1 TL Ceylon Zimt
2 TL Backnatron
1⁄2 TL Backpulver
1⁄2 TL feines Salz
3 Eier (M), Freiland oder Bio
200g brauner Zucker, fein (Roh-Rohrzucker)
160g flüssiger Honig
2 EL Orangensaft
8g Bourbon Vanillezucker
150ml neutrales Öl (z.Bsp. Sonnenblumenöl oder ein mildes Olivenöl) 325g Kürbis gekocht**

Kürbispiegewürz*

4 Teile Zimt, gemahlen
1 Teil Muskatnuss, gemahlen
1 Teil Gewürznelken, gemahlen
1 Teil Ingwer, gemahlen
1 Teil Piment, gemahlen

Zubereitung

Kürbispiegewürz*

Alle Gewürze miteinander mischen und in ein Glas mit Schraubverschluss füllen – bis zu 4 Monate haltbar

Kürbis**

Einen 1⁄2 Hokkaidokürbis entkernen und Fasern entfernen in ca. 2 cm große Würfel schneiden, in einem Topf mit wenig Wasser geben und etwa 5 bis 10 Minuten weichkochen. Danach abseihen und mit dem Kartoffelstampfer oder in einem Standmixer pürieren. Tipp: die Kürbissorte, die sich hier am besten eignet ist der Hokkaidokürbis, bevorzugt in Bio-Qualität. Beim Hokkaidokürbis kann die Schale mitverzehrt werden, somit entfällt das Schälen des Kürbis.

Kuchen

Die Kuchenform (Fassungsvermögen ca. 2 L) fetten und mehlen. Bei einer Springform mit Backpapier auskleiden.
Den Ofen auf 180°C vorheizen.

In einer großen Schüssel das Dinkelmehl mit Kürbispiegewürz, Zimt, Natron, Backpulver und Salz vermischen.

In einer weiteren Schüssel Eier, Zucker, Honig, Orangensaft und Vanillezucker gut schaumig schlagen. Erst das Öl langsam unter die Masse zugießen, dann die Mehlmischung dazu rühren und den Kürbis untermengen.
Den Teig in die vorbereitete Backform füllen und im vorgeheizten Ofen ca. 1 Stunde bei 180 Grad Ober- und Unterhitze backen. Tipp: während des Backens eine Stäbchenprobe machen und eventuell die Backzeit anpassen und/oder zum Ende der Backzeit den Kuchen mit Folie abdecken falls er zu dunkel wird.

Den fertigen Kuchen ca. 10 Minuten in der Backform abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchenrost stürzen und erkalten lassen.

Mit Puderzucker bestreut servieren.

Unsere Gesprächspartnerin: Andrea Mohr ist unsere Küchenlöwin aus Bonn. Auf ihrem Rezepteblog „Thekitchenlioness. Notes from a very small German kitchen“ gibt es kulinarische Hochgenüsse. Kontakt: N. Andrea Mohr, Seehausstr. 33, 53117 Bonn, E-Mail: andrea@thekitchenlioness.com, nclndrmhr@gmail.com, Internet: http://kitchenlioness.blogspot.de.

Mittwoch, 30.10.2019