Schönstatt-Heiligtum auf dem Kreuzberg

von Johanna Risse

Samstag, 08.12.2018

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Jetzt geht es schon auf den 2. Advent zu. Und natürlich wirft man in der Kirche in dieser Zeit einen Blick auf die, ohne die es nichts zu feiern gäbe. Auf Maria, die Mutter Jesu. Wir schauen auf morgen, das Fest der Immaculata, auf den Kreuzberg in Bonn.

Heilige Maria: Der 8. Dezember ist Feiertag in vielen Ländern – so in Argentinien, Italien, Spanien, Portugal, Österreich und Teilen der Schweiz. Das in der Katholischen Kirche weltweit begangene „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ (Immaculata Conceptio Beatae Mariae Virginis) ist eines unter vielen Marien-Festtagen und geht auf das früh gefeierte „Fest der Empfängnis Mariens“ zurück. Es kam im 9. Jahrhundert von Konstantinopel aus nach Süditalien und Sizilien erreichte und setzte sich auf dem Kontinent besonders von England aus durch. Papst Sixtus IV. (1471-1484) führte das liturgische Fest der „Immaculata“ für die gesamte katholische Kirche ein, das Konzil von Trient (1545-1565) stellte fest, dass Maria von den Aussagen der Erbsündenlehre ausgenommen ist. Unter Papst Clemens XI. weitete sich das Fest ab 1708 auf die gesamte katholische Kirche aus. Papst Pius IX. unterstrich mit der Bulle „Ineffabilis Deus“ („Der über alle Worte erhabene Gott“) vom 8. Dezember 1854 die seit frühester Zeit überlieferte Ausnahmestellung Marias. Das Dogma deutet die gesamte irdische Existenz der Mutter Jesu, nach der sie unter allen Menschen vom Augenblick ihrer Empfängnis an eine besondere Stellung einnimmt. Impulse für die Volksfrömmigkeit kamen aus den Marienerscheinungen im südfranzösischen Lourdes, wo sich vor 160 Jahren die Muttergottes der Seherin Bernadette Soubirous 1858 als die „Unbefleckt Empfangene“ offenbarte.

Maria, Tochter von Joachim und Anna, Mutter Jesu (* um 20 v. Chr., † 15. August 48 in Jerusalem oder in Ephesus), ging nach Jesu Tod und Auferstehung der Überlieferung nach mit Johannes, dem „Lieblingsjünger“ Jesu, nach Ephesus. Dort wird erstmals 431 ihr Grab beim Konzil von Ephesus benannt, das den Titel Marias als „theotokos”, „Gottesgebärerin”, bestätigte. Maria gilt als Vorbild des Glaubens und als „Mutter” der katholischen Kirche. Nach den dogmatischen Aussagen ist Maria wahre Gottesmutter; sie hat Jesus jungfräulich durch den Heiligen Geist empfangen; sie wurde ohne Erbsünde empfangen, blieb in ihrem Leben ohne Sünde und ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Vom 12. Jahrhundert an wird Maria mit dem Kind als „Madonna” verehrt; nach der Apokalypse (Offenbarung 12) ist sie die vom Drachen verfolgte Frau, die das Kind zur Welt bringt und die „von der Sonne bekleidet, von Sternen bekrönt auf dem Monde steht.” Die Monate Mai und Oktober gelten im Kirchenjahr als „Marienmonate“, die mit speziellen Andachten begangen werden.

Kreuzberg in Bonn: Die barocke Kreuzbergkirche oberhalb von Bonn-Lengsdorf mit der Nachbildung der „Heiligen Stiege“ von Balthasar Neumann (1751) ist seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Ort besonderer Verehrung des Kreuzes und der sogenannten „Sieben Schmerzen Mariens“. Neben dem „Heiligen Kreuz“ entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine Kapelle und später eine Kirche mit einem Gnadenbild und einer Reliquie des Kreuzes Christi. Die Wallfahrten wurden seit 1637 vom Orden der Serviten betreut. Die 1751 durch den Kurfürst von Köln, Erzbischof Clemens August, fertiggestellte Heilige Stiege ist eine Nachbildung der „Scala Santa“, die 326 von Jerusalem nach Rom gebracht worden sein soll. In der Säkularisation mit Enteignung und Auflösung des Klosters konnte das Anwesen vor dem Abbruch bewahrt werden, das 1855 bis zu ihrer Vertreibung 1872 von den Jesuiten übernommen wurde. Bis 1968 waren Franziskaner auf dem Kreuzberg. Heute befinden sich hier das internationale „Zentrum für internationale Bildung und Kulturaustausch“ und das Heiligtum der Schönstatt-Gemeinschaft, die seit 1980 Eigentümer ist. Kirche, Heilige Stiege und der alte Teil des Klosters stehen als Patronatsbauten im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen. Kreuzbergkirche und Heilige Stiege sind im Winter von 9–17 Uhr geöffnet, das Schönstatt-Heiligtum täglich von 8–20 Uhr. Adresse: Kreuzberg Bonn, Stationsweg 21, 53127 Bonn, Tel. 0228 / 28 999-0, Fax 0228 / 28 999-49, E-Mail: info@kreuzberg-bonn.de, Internet: http://www.kreuzberg-bonn.de/

Schönstatt-Gemeinschaft: Die Apostolische Bewegung ist international tätig und als geistliche Erneuerungsbewegung in Schönstatt, einem Ortsteil von Vallendar bei Koblenz entstanden. Gründer 1914 war Pater Josef Kentenich (16.11.1885 - 15.09.1968). Internet: http://www.schoenstatt.de/de/

Samstag, 08.12.2018