Wenn das Böse christliche Werte vereinnahmt

von Juergen Marx

Samstag, 27.08.2016

Das Böse ist oft mit Macht und Geld gepaart.
Papst Benedikt wollte im September 2010 bei der Vatikanbank neue Kontrollsysteme einführen. Ist aber mit seinen Reformen gescheitert.

Gut und Böse liegen oft dicht beieinander und lassen sich kaum trennen. In dem Film "Der

Pate III" wird das besonders deutlich.

In dem Film unterhält der Mafiaboss enge Kontakte zur katholischen Kirche. Wie es wirklich um das Verhältnis Mafia und katholische Kirche steht, erläutert die deutsche Mafiaexpertin Petra Reski:

"Das ist eine Frage der Macht. Die Mafia hat von Anfang an gewusst, dass es sinnlos ist, gegen die katholische Kirche zu opponieren in Italien und hat dann eigentlich letztlich die katholischen Werte für sich vereinnahmt und auch pervertiert." So zum Beispiel das Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen“. Denn die Mafiosi hatten keine schriftlichen Aufzeichnungen. Deswegen war es immer wichtig, dass man sich darauf verlassen konnte, was der andere sagte. An und für sich ja eigentlich ein guter Grundsatz. Die Mafia entstand übrigens aus den Reihen der Gutsverwalter großer Güter. Diese hatten ähnlich wie die katholische Kirche wenig Interesse daran, dass ein neuer starker Staat in Italien entstand. "Und aus diesem gemeinsamen Interesse ist eine gewisse Nähe entstanden", vermutet die Mafiaexpertin. Ob diese Nähe auch in finanzieller Hinsicht besteht, ist nicht eindeutig zu sagen. In der Vergangenheit gaben Skandale um die Vatikanbank in den Medien immer wieder Anlass zu solchen Vermutungen.

Im Film "Der Pate III" wird der Papst, der eine Untersuchung der Geschäfte der Vatikanbank anordnet, ermordet. In der Wirklichkeit arbeitet seit letztem Jahr der Vatikan mit 27 Staaten bei der Finanzaufsicht zusammen, um beispielsweise Geldwäsche aufzudecken.

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Samstag, 27.08.2016