Die "Bird Box"-Challenge

von Margret Wand

Samstag, 16.02.2019

Frau mit Tuch vor Augen auf Steg
Die Bird Box-Challenge hat sich schnell verbreitet

Manche sind witzig, andere super gefährlich - die Social-Media-Challenges werden immer abgedrehter. Margret Wand macht sich in ihrem Beitrag über die „Bird Box“-Challenge und die wirklich wichtigen Herausforderungen des Lebens Gedanken

Schließe deine Augen. -  Das ist nicht der Beginn einer Hypnosesitzung. Das ist etwas ganz Gefährliches. Eine Challenge, eine Herausforderung, die sich rasend verbreitet. Bedeutet: mit verbundenen Augen herumlaufen, Autofahren, sich die Haare schneiden usw. – und sich dabei noch filmen- bzw. filmen lassen. Schuld daran ist der Film ´Bird Box´.

„Ich kann nicht glauben, dass ich das sagen muss: Bitte verletzt euch nicht bei dieser „Bird Box“-Challenge.“

So warnt der Streaming Dienst Netflix auf seinem Twitter-Account vor der „Bird Box“-Challenge. Doch es sieht nicht so aus, als ob die Warnung Erfolg hätte.

Brauchen wir eigentlich immer wieder einen neuen Kick? Es gibt Herausforderungen genug. Solche, wo es nicht um Nervenkitzel geht, sondern ums Überleben:

  • Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger.
  • Mehr als 800 Millionen Menschen hungern, 2 Milliarden leiden an Mangelernährung.
  • 2018 sind mehr als 2200 Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben.

Das sind Nachrichten aus der jüngsten Vergangenheit. Und da gibt’s noch mehr:

  • Arbeiterinnen werden krank durch Pestizide auf Blumenfarmen in Afrika und Südamerika.
  • Ausbeutung von Kleinbauern ist ungebrochen.
  • Sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten – und nicht nur dort - ist an der Tagesordnung

Wenn die Challenge nicht gleich weltweit sein soll: Vielleicht schauen wir uns mal in unserer unmittelbaren Nähe um? Auch da gibt es genug Herausforderungen.

Samstag, 16.02.2019