Irrtümer über Luther

von Katrin Schirmer

Dienstag, 12.02.2019

Playmobil-Luther
Martin Luther war ein richtiger Promi

Er war sehr berühmt, hat viel gesagt, viel geschrieben und über ihn ist noch mehr geschrieben worden – Und viel von Martin Luther wird heute noch weitererzählt. Leider gibt’s da auch einiges, was gar nicht von Luther stammt.

Zwei Lutherirrtümer:

  1. „Martin Luther hat mit einem Tintenfass nach dem Teufel geworfen – in seinem Studierzimmer auf der Wartburg. Und noch heute sieht man den Tinten-Fleck an der Wand!“

Eine schöne Geschichte, aber historisch ist das wohl nicht. Allein schon, weil Tinte damals sehr wertvoll war. Luther hat selbst mal gesagt, er habe – bildlich gesprochen - den Teufel mit Tinte vertrieben, also durch seine Schriften. Das wurde weitererzählt und in der Phantasie der Menschen flog das Tintenfass.

  1.  „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Ein sehr bekanntes Zitat. Aber Martin Luther hat es selbst wohl nie gesagt. Es war der Pfarrer Karl Lotz aus Hessen, der 1944 im Krieg einen Rundbrief an Freude geschickt hat.

Er wollte trösten und Mut machen mit dem Wort vom Apfelbäumchen – und schrieb – um es zu unterstreichen - es sei ein Lutherwort.

Dafür gibt es bis heute keinen Beleg – aber Viele erzählten es weiter und für den Volksmund war klar: „Luther hat‘s gesagt.“

Nachzulesen sind diese und andere Irrtümer übrigens in dem Buch von Andreas Malessa: „Hier stehe ich, es war ganz anders“. Alle in dem Tenor: „Macht aber nichts“ und mit großem Respekt vor dem Reformator. Weitere Infos zu dem Buch finden sie hier:

https://www.scm-shop.de/hier-stehe-ich-es-war-ganz-anders.html

Dienstag, 12.02.2019