Einer von Vielen

von Margret Wand

Donnerstag, 14.01.2016

Kirchenwahl
Typisch evangelisch: Kirchengemeinden wählen ihre Leitung.

Presbyterien leiten die evangelische Kirche. Denn schon bei den ersten Christen waren es Presbyter, die Verantwortung für die Gemeinden übernahmen. Wörtlich übersetzt sind Presbyter die "Ältesten". Doch das ist schon lange nicht mehr so.

Wenn in vier Wochen die Presbyterien von den Gemeinden neu gewählt werden, kandidieren auch viele junge Leute. „Aufkreuzen für die Gemeinde“ lautet das Motto der Kirchenwahlen, die am 14. Februar 2016 in ganz Nordrhein-Westfalen stattfinden. Aufkreuzen und ankreuzen: Alle vier Jahre stehen die Presbyterien, die Leitungsgremien der örtlichen Kirchengemeinden, zur Wahl.

Die Mitglieder des Presbyteriums tragen gleichberechtigt mit den Pfarrerinnen und Pfarrern die Leitungsverantwortung in der Kirchengemeinde. Sie sind verantwortlich für die Gestaltung des Gemeindelebens, kümmern sich um Mitarbeitende und Finanzen: Das Presbyterium vertritt die Gemeinde im rechtlichen Sinne, trägt also auch Verantwortung für den Haushalt und als Arbeitgeber.

Es bestimmt den Kurs der evangelischen Kirche vor Ort, setzt Schwerpunkte und Akzente, trifft in bewegten Zeiten weitreichende Entscheidungen. Vielerlei Gaben, Fähigkeiten und Kompetenzen sind gefragt – ob Pädagogik, Kreativität und Fantasie, Organisationsentwicklung, Bauwesen oder Finanzen.

Dazu erklärt Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen:

"Ich bin dankbar für die vielen Menschen, die in den Gemeinden ihre Fähigkeiten, ihr Können, ihre Zeit, Kraft und Energie einbringen. Das ist ein großer Reichtum, denn unsere Evangelische Kirche von Westfalen wird von Presbyterien und Synoden geleitet und nicht von Pfarrern und Bischöfen. Die Kirchenordnung fußt auf dem ehrenamtlichen Engagement der Menschen, die ihre Gemeinde verantwortlich mitgestalten. Die evangelische Kirche baut sich von den Gemeinden her auf."

Donnerstag, 14.01.2016