Kirchenfenster haben etwas Herzerwärmendes

von Stefan Klinkhammer

Mittwoch, 10.07.2019

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Kirchen stehen bei vielen im Urlaub auf der Sightseeing-Liste ganz oben. Viel faszinieren auch - die Glasfenster. Annette Jansen-Winkeln hat sogar über 600 Kirchenfenster gesammelt, aus Kirchen, die abgerissen oder profaniert wurden ...

INFO: Die Kunsthistorikerin Annette Jansen-Winkeln hat über 600 Kirchenfenster aus Kirchen gesammelt, die abgerissen oder profaniert wurden. Die von ihr gegründete Forschungsstelle Glasmalerei inventarisiert flächendeckend gebietsweise sämtliche Glasmalereien aus allen Zeiten, sowohl in sakralen als auch in nicht sakralen Gebäuden wie Rathäuser, Schulen, Krankenhäuser oder Altersheimen. Die 2004 in Nordrhein-Westfalen begonnene Dokumentation wurde 2016 abgeschlossen und an Kulturministerin Christina Kampmann übergeben. Die Publikation „Das Ende der selbstverschuldeten Unwissenheit - zur kompletten Erfassung der Glasmalerei in Nordrhein-Westfalen, Luxemburg und Limburg/NL“ erschien im Kunstverlag Josef Fink.

Für das Engagement der „Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V.“ bei der Erforschung, dem Erhalt und der Vermittlung des Kulturguts Glasmalerei verlieh das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz am 13. November 2017 in Basel die Silberne Halbkugel des Deutschen Preises für Denkmalschutz 2017. Der Preis gilt als höchste deutsche Auszeichnung in diesem Bereich für herausragende Leistungen zur Bewahrung des baulichen und archäologischen Erbes sowie beispielhafter Vermittlung der Anliegen und Ziele von Denkmalschutz und Denkmalpflege.

Bislang sind weit über 1500 Namen von Künstlern, die Glasmalereien entworfen haben, bekannt. Die vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW geförderten Projekte sollen nun in den alten Rheinlanden, der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, fortgesetzt werden, um die Basis für eine Untersuchung zur Glasmalerei in einem abgeschlossenen kulturhistorischen Zusammenhang zu legen. Die Arbeiten begannen Mitte September 2018 im Saarland. Neben den vielfältigen gesammelten Stücken liegen inzwischen auch etliche Künstlernachlässe liegen vor und warten auf eine Auswertung. Für Studierende der Kunstgeschichte besteht die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Lebenswerke zu erfassen, zu bearbeiten und zu publizieren.

Kontakt: Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V., Winkeln 66, 41068 Mönchengladbach, Tel. 02161 / 952767, E-Mail: Stiftung_Glas@t-online.de/, dr.jansen-winkeln@glasmalerei-ev.de, Internet: www.glasmalerei-ev.de.

 

Mittwoch, 10.07.2019