Kräuterbrot zu Mariä Himmelfahrt

von Johanna Risse

Samstag, 10.08.2019

Foto: Andrea Mohr / thekitchenlioness.com
Foto: Andrea Mohr / thekitchenlioness.com

Der August ist die Haupterntezeit für Kräuter. Deshalb gibt es rund um das katholische Hochfest Mariä Himmelfahrt am kommenden Mittwoch viele Kräuter-Traditionen. Unsere „Küchenlöwin“ Andrea Mohr backt zum Beispiel ein Kräuterbrot...

INFO: Die Kräuter-Segnung ist seit dem 9. Jahrhundert ein fester Brauch in der katholischen Kirche, der in der Regel immer am ersten Wochenende nach Mariä Himmelfahrt am 15. August feiert wird. Kräuter wie Beifuß, Kamille, Pfefferminze und Rainfarn werden zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht, wo sie während des Gottesdienstes gesegnet und im Anschluss daran an die Besucher verteilt werden.

Das Hochfest „Mariä Himmelfahrt“ - „Assunta“ von „assumptio“, „Himmelfahrt“ - wurde im 6. Jahrhundert zunächst als Fest der „Dormition“, der „Entschlafung“ Mariens begangen und Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen Kaiser Mauritius auf den jetzigen Tag gelegt. Im 7. Jahrhundert als Fest „Aufnahme Mariens“ in Gallien gefeiert, entwickelte es sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, zunächst in Rom am 15. August begangen. 813 wurde das Marienfest auch in Deutschland eingeführt. In der römisch-katholischen Kirche ist es Ausdruck der Glaubenslehre, dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen wurde. Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma „von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel“. An Mariä Himmelfahrt beginnen in der katholischen Kirche die „Frauendreißiger“ - 30 Tage, in denen oft Marienprozessionen abgehalten wurden. Auch der Gedenktage Mariä Geburt am 8. September fällt in den Zeitraum dieser 30 Tage, die mit Mariä Namen am 12. September abgeschlossen werden.

In dieser Zeit besonderer Marienverehrung wird allen Pflanzen, die gerade blühen, große Heilkraft zugeschrieben. Legenden erzählen, dass die Jünger das Grab der Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Deshalb wird in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt die Weihe der Kräuter vorgenommen: Aus sieben verschiedenen Kräutern - die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens - werden Sträuße gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht. In Bayern und im Saarland ist heute Feiertag in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung, in Österreich, Luxemburg und teilweise auch in der Schweiz.

 

Kräuterbrot zu Maria Himmelfahrt

Zutaten
500 g backstarkes Weizenmehl (Type 550), plus Mehl zum Bearbeiten des Teigs

21g frische Hefe (oder 1 Paket Trockenbackhefe)

125ml lauwarme Milch

125ml lauwarmes Wasser

1 EL Zuckerrübensirup

1 TL feines Meersalz

30 g Butter, Zimmertemperatur

3 EL frische Kräuter, gehackt (z.Bsp. Petersilie, Basilikum, Schnittlauch oder Dill)*

einige Zweige Rosmarin, Thymian oder Oregano und einige Blätter

Salbei**

etwas Olivenöl

 

Außerdem
eine Springform, 24 cm; mit Butter einfetten und mit Hartweizengrieß oder Mehl ausstäuben

 

Zubereitung

Das Mehl in eine große Schüssel geben.

Die Milch mit dem Wasser und dem Zuckerrübensirup mischen und darin die Hefe auflösen.

Die Hefemischung in die Mitte des Mehl gießen, mit etwas Mehl mischen, zudecken und 15 Minuten stehen lassen.

Dann Meersalz und Butter zugeben und mit dem Knethaken der Küchenmaschine zirka 8 Minuten kneten, bis der Teig glatt und elastisch ist.

Schüssel mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen (oder bis er sich verdoppelt hat).

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche durchkneten, dabei die gehackten Kräuter einarbeiten.

Dann den Teig erneut in die Schüssel geben, mit dem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen Ort eine weitere Stunde gehen lassen.

Wenn sich der Teig verdoppelt hat, den Teig nochmals durchkneten.

Den Teig in 9 Portionen teilen, jede Portion zu einer Kugel schleifen und mit der Naht nach unten in die vorbereitete Backform geben.

Mit Folie abdecken und 15 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen.

Die Teigkugeln mit etwas Olivenöl bestreichen und mit Kräutern belegen und im vorgeheizten Ofen zirka 30 Minuten backen (bis das Brot goldbraun ist). Falls das Brot zu dunkel wird, die letzten 10 Minuten mit Alufolie abdecken.

Auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

TIPP:

* ‚zarte‘ Kräuter wie z.Bsp. Basilikum, Thymian, Petersilie, Koriander, Dill und Minze

** ‚harte‘ Kräuter erkennt man an den winterharten, holzigen Zweigen oder Stämmen wie z.Bsp. Lorbeer, Rosmarin oder Salbei

Unsere Gesprächspartnerin: Andrea Mohr ist unsere Küchenlöwin aus Bonn: Auf ihrem Rezepteblog „Thekitchenlioness. Notes from a very small German kitchen“ gibt es kulinarische Hochgenüsse. Kontakt: N. Andrea Mohr, Seehausstr. 33, 53117 Bonn, E-Mail: andrea@thekitchenlioness.com, nclndrmhr@gmail.com, Internet: http://kitchenlioness.blogspot.de.

Samstag, 10.08.2019